Viertausender der Alpen

Die Viertausender der Alpen
meine4000er Home Listen Gipfel Literatur Login


      <<    <        >    >>
  8 Beiträge Beitrag (bebildert) hinzufügen     37 Bilder Einzelbild hinzufügen  
  Matterhorn (4477 m)  
  Walliser Alpen  
Photo © 4000er.de
Erstersteigung 14.7.1865
Edward Whymper, Douglas R. Hadow, Charles Hudson, Francis Douglas, Michel-Auguste Croz, Peter Taugwalder, Peter Taugwalder
mehr Infos
GPS-Koordinate 7.65849° ö.L. /45.9765° n.B. (WGS84) mehr Infos
Normalweg(e) Hörnligrat (Nordostgrat)  
Schwierigkeit ZS+, III-
Ausgangspunkt Hörnlihütte (3260 m)
Talort Zermatt (1610 m)
Liongrat (Südwestgrat)
Schwierigkeit ZS+, III+
Ausgangspunkt Rifugio Jean Antoine Carrel (3829 m)
Talort Breuil (2068 m)
Weitere Routen Zmuttgrat (Nordwestgrat)  
Schwierigkeit S, III+
Ausgangspunkt Hörnlihütte (3260 m)
Talort Zermatt (1610 m)
Führer Hochtouren im Wallis  
Hermann Biner

Walliser Alpen  
Michael Waeber

Guide du Valais  
Hermann Biner

Valais Alps West  
Lindsay Griffin
 
Karte(n) SLK 5006
Zusammensetzung Matterhorn-Mischabel
Landeskarte der Schweiz, 1:50000

SLK 1347
Matterhorn
Landeskarte der Schweiz, 1:25000
Beiträge Alpinclub Alzenau 1986 e.V.: Hochtour 2016 (11.08.-20.08.2016)
Besteigungsbericht

Dieses Jahr,2016, stand für drei Mitglieder unseres Alpinclub Alzenau eine besonders große Herausforderung an. Für Torsten Puschmann(49) aus Alzenau und Sebastian Sedlmeier(18) aus Karlstein war das große Ziel das Matterhorn, später mit Daniel Rothenbücher(24) aus Aschaffenburg zusammen der Dent de Géant.

Hier das Tagebuch unserer bisher anspruchvollsten, längsten, aber auch schönsten Tour.

Donnerstag, 11.08.
Schon seit Wochen kribbelt es mir in den Fingern. So früh wie nur möglich von der Arbeit zurück gefahren, noch schnell einen Snack reigehauen, geht's zusammen mit Torsten auch schon los in Richtung Pass. Wir hoffen, noch vor Mitternacht auf dem Gr. Skt. Bernhard (2.469m) zu sein. Wir schaffen es: Vier Minuten vor 24Uhr. Schnell das Auto umräumen, hinten Schlafsack ausgelegt, ein Rucksack als Kopfkissen und dann ab in die Heia.

Freitag, 12.08.
Ausgeschlafen erwartet uns bestes Wetter, der kalte Winde vom Vorabend hat sich gelegt. In aller Ruhe nehmen wir unser Frühstück ein. Dann geht es los, hoch auf den Grat für die erste kleine Akklinatisationsrunde. Das Gewöhnen an die Höhe ist wichtig.
Das erste Etappenziel ist eine Schulter mit Aussichtspunkt in Form einer verfallenen Seilbahnstation. Von hier aus ein grandioses Panorama, unter anderem einer der leichtesten 4.000er, der Grand Paradiso, in der Ferne.
Dann geht's hinauf in den Grat. Viel leichte Blockkletterei. Erster Gipfel ist die Grand Chenalette (2.890m), danach die Pointe de Drone (2.950m). Von dort aus, eine bombastische Aussicht auf die Riesen des Mont Blanc-Massives und dessen mächtige Ostwand. Auf dem Abstieg kamen wir erst einer Gruppe Steinböcke sehr nahe, dann genehmigten wir uns noch einen Abstecher über die ersten Schneefelder in einen paradisischen Hochtalkessel. Zunächst keine Spuren von Menschen, mussten wir uns das Idyll später noch mit ein paar wenigen Wanderen aus dem Tal teilen. Kurze Zeit danach mussten wir uns bereits wieder auf den Rückweg zum Auto machen. Dort angekommen gab es ein Stück Wurst auf die Hand, Botten aus, Auto umgepackt, und ab ging es nach Breuil-Cervinia. Dort konnten wir während des Abendessens breits einen kurzen, verlockenden Blick auf das Matterhorn und den Weg dorthin erhaschen. Schnell besprachen wir noch die kommende Akklimatisationsrunde.

Samstag, 13.08.
Kurz nach Sonnenaufgang machten wir uns auf in Richtung Biwak. Ab der oberen Seilbahnstation mussten wir uns, zum Glück noch im Schatten, aber bereits jenseits der 3.000m durch das Sommerskigebiet von Breuil kämpfen. Danach, bei bestem Wetter, schleppten wir unser Gepäck über eine Hochebene und vor allem Eiswüste dem Tagesziel entgegen. Entlang des Breithorngrates, an dessen vorderen zwei Gipfeln sich die Bergtouristen mit Führern zu einer schieren Ameisenstraße verbanden. Herrlich dort oben auf dem Gletscher.
Viel früher als gedacht erreichten wir das Bivacco Rossi (3.750m) inmitten einer Felswand. Von dort aus ging es mit leichtem Gepäck nochmal schnell den Roccia Nera (4.075m) hinauf. Der erste 4.000er der Tour war erklommen. Oben Gipfelfoto mit den neuen T-Shirts der Jugendgruppe, die wir extra zu diesem Zweck hochgetragen hatten. Während Torsten totmüde auf das Matratzenlager fiel, hatte ich durch die Überanstrengung mit heftiger Übelkeit zu kämpfen. Doch später nahmen wir doch noch eine heiße, fettige Nudelsuppe zu uns.
An Schlaf war in der Nacht wenig zu denken. Zum einen aufgrund der Höhe, zum anderen sorgten weitere Bergsteiger für ein lautes Schnarchkonzert. Augen und durch.

Sonntag, 14.08.
Früh mit dem Sonnenaufgang erwachten wir in alter Frische. Die Westflanken von Castor und Pollux befanden sich noch im Schatten. Zügig machten Torsten und ich uns an den Abstieg durch die Wand auf den Gletscher hinunter. Von dort aus querten wir zum Castor hinüber. Dort erwartete uns ein gewaltiger, langwieriger Firnhang, der 30m unter der Nordwestschulter in einem breiten Bergschrund endete. Steigeisen an, Pickel in die Hand. Auf dem Weg dorthin überholten wir früher gestartete Seilschaften, bis der Aufstieg am Bergschrund zum Stillstand kam. Der Kunde eines Berführers hing fest, sodass es nur der langsam voran ging. Kurze Pause. Dann stiegen wir auch schon weiter. Oben am Grat durchschien die Sonne die Wechte, sodass sich dort entlang ein leuchtendes Band bildete, vor uns der Bergschrund und extrem steile, letzte Höhenmeter. Einfach großartig. Sicher überstiegen wir diese Gletschspalte und arbeiteten uns mit Steigeisen und Pickel auf den Firngrat hinauf. Von dort aus war der Gipfel bereits zum greifen Nahe. In einem schönen Bogen führte der Grat uns zum Castor (4.228m) hinauf. Angekommen. Die Aussicht, unglaublich. Direkt neben uns der Lyskamm und der Pollux, unter uns eine gewaltige Eiswüste, der Breithorngrat, weiter weg das Matterhorn und ganz in der Ferne der Mont Blanc. Nach einer ausgedehnten Pause des Genusses in der prallen Sonne retteten wir uns wieder in die schattige Flanke hinein und machten uns auf den Gletscherabstieg in Richtung Biwak. Der Gegenanstieg ist zum Schluss hin extrem Steil, dann geht er in die Wand über.
Am Biwak, Stiefel aus, füllten wir die Energiespeicher wieder auf.
Da das Wetter am Abend schlechter zu werden drohte, entschied ich mich, bereits nach nur kurzer Pause, meine erste Solobesteigung in Angriff zu nehmen. Ausgestattet mit dem nötigen Material ging's wieder runter auf den Gletscher und direkt zum Fuß des Pollux. Dort erwartete mich eine Eisrinne als erste Herausforderung. Die musste vollständig durchstiegen werden, um auf den Grat zu kommen. Dort galt es Blockkletterei bis in den II. Grad zu bewältigen, um zur Schlüsselstelle 60m unterhalb der Madonnastatue zu gelangen. Inzwischen waren bereits Wolken aufgezogen und als es auch noch zu Schneien begann machte ich mir Gedanken über eine Umkehr. Allerdings boten die sonstigen Umstände keinen Grund zur Sorge und so kurz vor dem Ziel...? Sicher wurde die Schlüsselstelle überwunden und ich stand auf der Westschulter. Steigeisen wieder an, dann die letzten Meter zum Gipfel. Ich musste jedoch feststellen, dass eine gewaltige Wolkenwand auf mich zurollte. Also nahm ich die Beine in die Hand. Angekommen auf dem Pollux (4.069m) zügig Beweisfotos geschossen, dann wieder ab zum Grat, denn in den Wolken grollte es. Eisen weg, ab in die Schlüsselstelle. Eigentlich ein Kamin, aber dennoch sehr ausgesetzt. Am unteren Ende befindet sich eine Querung aus schmalen Felsbändern hoch über dem Abgrund. Die Wolken wurden dichter und erschwerten die Orientierung. Ranhalten war angesagt und nach 1 1/2 Stunden kam ich über eine niedere Rinne wieder auf den Gletscher. Abermals das Biwak durch die Wand erklommen, gab es dort oben wieder heiße Nudelsuppe mit Schmelzwasser vom Gletscher.
Zufrieden krochen wir am Abend in die Kojen, doch schlafen konnten wir auch dieses Mal nicht: Draußen wütete ein Gewitter, Eis-, Schnee-, und Gerölllawinen waren zu hören. Immer wieder wurde das Biwak trotz der kleinen Fenster taghell erleuchtet. Aberteuerlich.

Montag, 15.08.
Heute stand der Abstieg nach Breuil zurück auf dem Programm. Über die Nacht hatte es geschneit, sodass wir in herrlichster Umgebung, am Breithorngrat vorbei, uns den Weg durch die frische Schneedecke spurten. Der Firn glänzte in der nun wieder bei strahlend blauem Himmel lachenden Sonne. Unter den Hängen der beiden höchsten Breithorngipfel stellten wir unsere Rucksäcke ab und machten uns in Vereins-T-Shirt nocheinmal auf den Weg. In der Ferne war schon zu sehen, wie zahllose Bergtouristen von der Seilbahstation Plateau Rosa dem Breithorn West entgegen strömten. Für somanchen mag dieser sehr, sehr leichte Gipfel eine echte Welterfahrung sein, nicht zuletzt aufgrund des unglaublichen Panoramas. Also, erster Gipfel, der direkt erklommen wurde war die Breithorn Zentrale (4.159m). Von dort aus konnten wir nach Norden bis in die Mischabelgruppe blicken und den Nadelgrat, wo wir uns im Vorjahr erfolgreich versucht hatten. Im Osten Alphubel, Strahlhorn, Lyskamm und die Monte Rosa-Gruppe, davor Pollux und Castor. Im Süden Fernblick bis zu Grand Paradiso. Westlich der Gipfel unseres Begehrens, das Matterhorn. Davor imposant in weiß das Breithorn West (4.165m). Dorthin machten wir uns nach dem Gipfelfoto auf. Aufpassen, nicht auf die Wechten zu treten, durch den Sattel hinauf, Gipfelfoto, flugs war die Überschreitung gemacht. Auf, runter zu den Rucksäcken. Das Trinken war eine Wohltat. Es folgte der Abstieg nach Breuil.
Im Tal trockneten wir unsere Schuhe und Klamotten, aßen und packten für die kommenden drei Tage. Sechs Kilogramm alleine an Trinken. An die Klettergurte, Klemmkeile, Bandschlingen, Expressen, Sicherungsgeräte. Dazu Seil, Pickel, Steigeisen und warme Klamotten. Sorgfältig wurde alles mehrmals kontrolliert, dann machten wir es uns wieder hinten im Auto bequem. Die Ruhe tat mehr als gut.

Dienstag, 16.08.
Wettervorhersage für den Tag mäßig, Mittwoch hervorragend, Donnerstag erst ab Nachmittag Regen.
Punkt sieben Uhr gönnten wir uns die Seilbahnfahrt bis Plan Maison, anstatt direkt in endlosen Serpentinen zum Rifugio Abruzzi aufzusteigen. Unser Weg war zwar viel weiter, allerdings weniger Höhenmeter und interessanter. Schwer bepackt steuerten wir durch den Talkessel in alter Moräne. Unterwegs mussten kleine, aber reißende Schmelzwasserbäche ohne Brücke überquert werden. Ein reinster Abenteuerspielplatz. Dann kam auch schon das Rifugio Abruzzi (2.802m) in Sicht. Von dort ging es ohne Rast in Richtung Tête du Lion hinauf. Erst leichte Kraxelei, dann, ab hier Helm auf, eine Scharte zum frei klettern, weiter über Schneefelder und Geröll querten wir unterhalb des brüchigen Gipfels durch mehrere Eisscharten zu Col du Lion. Dort legten wir die Klettergurte an. Rechts eine endlos lange, steile Scharte, links ging es weit über 800m senkrecht abwärts und es war ein Ausblick in die mächtige Norwestwand des Liongrates möglich. Nun denn, den Weg hatten wir gut gefunden und unterwegs versicherten uns absteigende Kameraden beste Gipfelverhältnisse. Unter höchster Anstrengung nahmen wir die ausgesetzten Platten an den letzten Türmen vor der Hütte in Angriff, die Schlüsselstelle des Hüttenzustieges. Nach einem 25m hohen Kamin ging es noch kurz über blanken Fels, dann waren wir auf der Carrelhütte (3.828m). Hier herrscht Selbstversorgung. Der Unterschied zum Biwak ist, dass es eine einfache, aber explizite Kochgelegenheit gibt. Wenn das Gas funktioniert.
Ein paar Fotos, Futter und aus den Rucksäcken aussortiert, was irgendwie nur möglich war. Dann war Schlafenszeit angesagt, oder zumindest dösen.

Mittwoch & Donnerstag, 17.+18.08.
Früh am Morgen mussten wir aus den Federn, 01:30. Torsten und ich wollten die Ersten am Grat sein. Eine halbe Stunde später standen wir vor der ersten besonders schweren Stelle, ein Überhang am ersten Turm hinter der Hütte. Danach ließ sich der Weg auch im Verlauf gut finden, obwohl die Navigation am Matterhorn, gerade Liongrat, als sehr schwierig gilt. Unser Vorteil war, dass Torsten den Grat bis zum Pic Tyndall bereits aus drei vorhergehenden Versuchen kennt. Abwechselnd stiegen wir zügig vorran. Dennoch überholten uns bald Bergführer mit Kunden, nicht zuletzt, weil sie auf Sicherung größtenteils verzichteten. Kurz bevor wir aus der Wand schließlich auf den Grat selbst stiegen, ging die Sonne auf. Der Himmel über (und teilweise auch schon unter uns :D ) sah bereits nicht mehr ganz optimal aus. Oben erwartete uns heftiger, eisiger Wind. Nun musste mit Steigeisen weitergeklettert werden. Die Bedingungen wurden schlechter. Der Fels war vereist, durch die Sonne taute das Eis oben, teilweise auch zum Fels hin, sodass diese Platten leicht wegbrachen. Zwar waren es nur geringe Mengen, aber immer wieder regnete es Eis von oben. Die Hände froren bereits, als wir uns an die Überschreitung des Pic Tyndall (4.241m) machten. Von hier ging es hinunter in die erste von mehreren Scharten, dann die erste Zinne hinauf, wieder runter in die nächste Scharte, wieder die nächste Zinne hinauf und einige Male so weiter. Da wir auch hier durchgehend sicherten, verloren wir hier viel Zeit. Dann standen wir zu Füßen des gewaltigen Gipfelturmes des Matterhorns. Viele Seilschaften waren nicht bis hierher gekommen, und Torsten so weit, wie noch nie zuvor. Obwohl wir 14 Uhr hatten, die eigentlich zur Umkehr ausgemachte Zeit, entschieden wir uns beide dafür, weiterzugehen. Zwar an den Händen etwas durchgefroren, waren wir in guter Verfassung. Die richtige Route fanden wir mittlerweile fast instinktiv, ab hier war die Tour uns beiden unbekannt. Das Wetter schien sich aber zu bessern, unter uns Wolken, darüber wurde es lichter. Uns begegneten andere Seilschaften, was zu einem schieren Eisschlagregen führte. Es wurde, berichtet, dass die letzten 150 Höhenmeter bis zum Firngrat mit Fixseilen gesichert seien, außerdem eine Strickleiter einen Überhang entschärfte. Wir machten aufgrund fortgeschrittener Zeit aus, diese zu benutzen. Allerdings mussten jedoch bald feststellen, dass vieles davon unbrauchbar war, da das Meiste von einer dicken Schicht Eis bedeckt war. Außerdem war es kräftemäßig schwer in der Höhe, sich daran überhaupt festzuhalten. Torsten entschied, das vollständige Seil zu nehmen, dafür stieg bis zum Gipfel durchgehend voran. Viele Platten und eine Querung weiter wurde das Gelände flacher und Schnee kam in Sicht. Ab und zu gaben Wolkenlücken den Blick weit über 2.000m hinunter ins Zermatttal und nach Breuil hinunter. Der Matterhorngipfel besteht aus einer italienischen und einer schweizer Seite. Dazwischen eine kleinere Kuppe mit gemeinsamem Kreuz und eine 35m tiefe Scharte. Am Kreuz machten wir die Gipfelfotos, dann runter in die Scharte und rauf auf den etwas höheren schweizer Gipfel (4.478m), den ich 15:50 als Erster erreichte. Gipfel geschafft bedeutet jedoch, auch wieder sicher wieder unten anzukommen. Nach kurzer Zeit ohne Rast, eilten wir also so gut es ging wieder durch die Scharte an die Seite des Turmes, um von dort das Abseilen zu beginnen. Anfangs hatten wir oft Schwierigkeiten, die Abseillinie zu finden, da diese oft anders verläuft als die Route hochzus. Besonders schwierig gestaltete es sich, richtig zu der Zinnenreihe an Pic Tyndall zu gelangen. Denn einmal in eine der Wände geraten, besteht kaum Hoffnung dort wieder herauszukommen. Gerade noch im Hellen erreichten wir Pic Tyndall. Dort im Windschatten die einzigste kurze gemeinsame Verschnaufpause, bei der Torsten ein paar Vorratsreserven von mir aufnahm. Inzwischen pfiff es gehörig und wir froren. Nun mussten wir wieder im Kegel unserer Stirnlampen abseilen. An manchen Fixpunkten war das teilweise bereits vorhandene Material kaum zu nutzen, weil steif- und festgefroren. An den Spitzen der Handschuhe bildeten sich Eiskappen. Immer wieder schneite oder graupelte es und scharfe Kristalle wehten uns in die Gesichter. Wir kühlten aus und es wurde schwer, konzentriert zu bleiben. Beim Abseilen durften wir weder in die Nordostwand, noch die Südwand stürzen. Dabei war der Grat nachts in den Wolken kaum zu finden. Mindestens einmal erwischte es dennoch uns beide. Nur die Steigeisen sieht man nochmal funken, dann der Einschlag. Nichts passiert, dafür wieder ordentlich wachgerüttelt :D . Und irgendwann die Erlösung: Vom ausgesetzten Grat ging es runter in die geschützere Südwestseite. Allerdings mussten wir diese Seillänge nocheinmal ungesichert wieder hochklettern, da sich unser steifes Seil nicht einholen ließ. Das Gelände wurde zwischenzeitlich leichter und unter den Wolken konnte man die Lichter des nächtlichen Breuil-Cervinia sehen. Nach ein paar Abkürzungen erreichten wir dann bald den letzten Quergang im Licht der hinter dem Plateau Rosa aufgehenden Sonne, dann noch wenige Seillängen bis zur Hütte. Sieben Uhr mogends erreichten wir diese völlig ausgebrannt.
Dort versuchten wir kurz auszuruhen. Doch weder Torstens zwei Stunden Schlaf war erholsam, noch konnte ich vor Kälte ruhen.
Halb elf begannen wir mit dem Abstieg. Nochmal routiniert, durch die wärmende Sonne bereits wieder lebendiger, seilten wir zum Col du Lion ab. Von den Eisscharten an brachten die letzten Wolken der nächsten beiden Tage nocheinmal Schneefall, doch am Rifugio Abruzzi schien wieder die Sonne. Torsten war anzumerken, das keine Willenskraft mehr übrig war und meine Füße hatten, wie sich später herausstellte, im wahrsten Sinn des Wortes Blut geleckt. Das einzige, was uns trieb war, dass im Auto Essen und Trinken wartete und Daniel zu unserem Treffpunkt am Abend etwas zum Grillen mitbrachte. Endlos zogen sich die Serpentinen in den Ort hinunter, doch nach 4 1/2 Stunden war auch das geschafft, obwohl wir beinahe an der Treppe hinauf zum Parkplatz gescheitert wären :'D . Mit viel Aua, aber glücklich erreichten wir das Auto. Rucksack runter, Botten aus und nach Auffüllen der Energiespeicher ab zu Daniel auf den Gr. Skt. Bernhard.
Seine Idee zu grillen war die größte Wohltat für Torsten und mich, besser als alles, was wir uns hätten vorstellen können. Bis kurz nach Einbruch der Dunkelheit saßen wir zusammen und unterhielten uns. Daniel berichtete, dass er uns vor dem Umschwung der Wettervorhersage auf Schneesturm am Mittwoch noch per Handy hatte warnen wollen. Dass der frische Wind die Würstchen schnell nur noch lauwarm machte, tat unserer Freude keinen Abbruch. Kaum laufen konnte ich, also kommandierten Daniel und Torsten mich ab zum nächsten eiskalten See. Es war eine Wohltat und ein großes Privileg, an einem so wundervollen Ort, die nackten Füße im kalten Wasser, nur im Schein, der immernoch am Helm befestigten Lampe zu sitzen.
Torsten und ich hätten ohneeinander die derart schwere Tour auf das Matterhorn nie geschafft. Wir sind froh die Ehre miteinander gehabt zu haben.

Freitag, 19.08.
Nach Daniels wohltuendem Abendessen und einer Nacht guten Schlafes befand sich das Matterhornduo wieder in besserer bis guter Verfassung.
Zu dritt fuhren wir nach Entréve am Fuße der Mont Blanc-Ostwand, von wo aus wir mit der Seilbahn hoch zum Rifugio Torino fuhren. Der Aufstieg musste unbedingt noch heute erfolgen, da Samstag schlechtes Wetter gemeldet war, welches bis Sonntag erschwerte Bedingungen zurücklassen würde. Da ich noch immer Probleme mit Gehen hatte, entschieden wir, dass Daniel und Torsten zu zweit den letzten Gipfel versuchen würden. Den Dent de Géant. Eine Dreierseilschaft wäre beim gesicherten Klettern ohnehin zu langsam gewesen. So machten sie sich gegen ein Uhr mittags auf, bei malerischen Bedingungen für den Gipfelsturm. Ich genoss derweil das Panorama der Hochebene und beobachtete amüsiert Touristen, die unbeholfen auf dem Gletscher umherrutschten.
Daniel und Torsten mussten zuerst den Gletscher überqueren, dann eine felsige, teilweise verschneite Rinne hinauf, dann führte der Weg via Blockkletterei über sehr loses Geröll zum Einstieg der Kletterroute. Dort ging es gut voran, bis man auf eine türkische Seilschaft traf, die offensichtlich weder über genug Können verfügte, noch ihr Sicherungsmaterial richtig einzusetzen wusste. Es erfolgte Hilfestellung bis zur nächsten Fixsicherung. Nach dieser kurzen Verzögerung erreichten die beiden zügig den Gipfel des Dent de Géant (4.013m) mit atemberaubendem Ausblick, sowohl über das Mont Blanc-Massiv und diesen selbst, als auch noch weiter in die Ferne. Auch hier wurde wieder abgeseilt. Bereits im Dunklen traf man wieder die Türken. Inzwischen kreiste dort seit einiger Zeit ein Helikopter, und Daniel und Torsten vermittelten zwischen der Seilschaft und der Besatzung, um klar zumachen, dass ein weiterer Abstieg, gerade ohne Licht lebensgefährlich war. Nur ein Ereignis, welches auch auf der Hütte zu heller Aufregung führte. Drei Tage zuvor waren am Mont Blanc mehrere Bergsteiger ums Leben gekommen. Nachdem die türkischen Partner, die kein Wort einer Fremdsprache konnten, eine Rettung durch die Bergwacht nachdrücklich ablehnten, setzten Daniel und Torsten den Abstieg zur Hütte hinunter. Weit nach 22 Uhr kam der Kegel von Daniels Lampe in Sicht. Erleichtert organisierte ich eine Abendmahlzeit und zeigte den schnellsten Weg zur Hütte. Von dort aus wurden zeitgleich zwei andere Verletzte ins Tal gebracht. Auf der Hütte war die gesamte Kameradschaft, einschließlich Bewirtung froh, dass Daniel und Torsten wohlbehalten zurückgekehrt waren. Über den Kuchen und den Käse mit Brot machten sie sich mit umso größerem Appetit her, auch wenn ihnen die Erschöpfung deutlich anzusehen war.

Samstag, 20.08.
Das Wetter war in der Tat schlecht, wie vorhergesagt. Nach dem für alle Hüttenbesucher aufgrund der Ereignisse des Vorabends extra späten Frühstück ging es für uns bei strömendem Regen hinunter ins Tal. Wir konnten es uns verzeihen, unter diesen Umständen die nahe gelegene Seilbahn zu nehmen.
Unten auf dem Parkplatz verabschiedeten wir uns wieder von Daniel, da er getrennt von uns nach hause fahren musste. Dann traten wir die Heimreise an.

Die Tour war für uns alle überaus erfolgreich. Torsten und ich konnten uns auf jeweils sieben Gipfeln behaupten. Daniels Abstecher in die Berge wurde mit einem der schönsten 4.000er der Alpen belohnt.


Berg Heil, servus!
Sebastian

Beitrag von: Sebastian Sedlmeier
02.11.2016
Matterhorn, Bergführertour, mein 21. Viertausender (08.07.2015)
Besteigungsbericht

Teilnehmer: Bergführer Johannes „Hannes“ Jähn, Joe

Teil 1: siehe Roccia Nera (4.075m), 06.07.2015
Teil 2: siehe Östlicher Breithornzwilling (4.105m), 06.07.2015
Teil 3: siehe Westlicher Breithornzwilling (4.139m), 06.07.2015
Teil 4: siehe Matterhorn (4.478m), 08.07.2015

TEIL 4: MATTERHORN (4.478m):

• Dienstag, 07.07.:
Nachdem ich gestern zur Akklimatisation für die morgen stattfindende Besteigung des Matterhorns den Breithornkamm von der Roccia Nera (4.075m) über den Östlichen Breithornzwilling (4.105m) bis zum Westlichen Breithornzwilling (4.139m) alleine gemacht habe, habe ich für heute zur Erholung keine Extremtour geplant. Gestern Abend rutsche ich leider am Eingang der Gandegghütte auf einem Stein aus und lege mich flach. Das Ergebnis ist eine große Prellung an der rechten Wade und starke Hüftschmerzen. So humple ich heute mit starken Schmerzen an Wade und Hüfte nach einem späten Frühstück wieder zur Gondel und fahre nach Zermatt ab. Dort angekommen bringt mich der Hotelbus zurück zum „Bergfreund“, wo ich Johannes „Hannes“ Jähn, meinen Bergführer fürs Matterhorn, treffe. Nach dem Materialcheck fährt Hannes mit dem Fahrrad nach Zermatt und ich genieße eine lange und heiße Dusche im Hotel. Da Hannes alles, was Gewicht hat und fürs Matterhorn nicht benötigt wird aus meinem Rucksack schmeißt denke ich dummerweise nicht daran, daß in meinem Kulturbeutel meine Schmerztabletten sind. Kurz nach dem Mittagessen fährt mich der Hotelshuttle wieder nach Zermatt, wo ich an der Bergstation „Schwarzsee“ (2.583m) um 13:15 Uhr Hannes wieder treffe.


Bergführer Johannes

Wir wandern in glücklicherweise lockerem Tempo in 1 ½h die knapp 700 Höhenmeter zur berühmten Hörnlihütte (3.260m).


Joe vor der Hörnlihütte mit Matterhorn

Da ich Angst habe, daß Hannes die Matterhorntour absagt, erzähle ich ihm nichts von meinen Schmerzen im Bein. Kurz vor der Hütte sind die Scherzen v.a. in der Hüfte aber so stark, daß ich doch davon berichte. Er gibt mir sofort 2 starke Schmerztabletten und fragt den Hüttenwirt nach einer Schmerzsalbe. Vor dem Abendessen schmiere ich mir das ganze Bein dick mit der Schmerzsalbe ein. Nach dem Abendessen rufe ich meine Frau an und gratuliere ihr zu unserem 8. Hochzeitstag . Anschließend gehe ich früh ins Bett.
Für morgen sind nur 3 2er-Seilschaften fürs Matterhorn gemeldet. Da ich gerne als erster auf dem Gipfel stehen möchte kläre ich mit Hannes ab, daß wir eine Stunde früher als geplant aufstehen und dementsprechend weit vor den anderen losmarschieren.
• Mittwoch, 08.07.:
Nach überprüfen des Wetters weckt mich Hannes um 03:00 Uhr. Ich bin sofort hellwach und schleiche mich leise mit meiner Ausrüstung aus dem Zimmer, um die anderen nicht zu wecken. Nach einer Katzenwäsche schmiere ich mir nochmals das Bein mit der Schmerzsalbe ein und nehme die 1. der beiden Schmerztabletten. Nach schnellem Frühstück starten wir um 03:30 Uhr die Besteigung des Matterhorns. Nach ca. 200m stehen wir vor einer senkrechten Wand, die mit ca. 4cm dicken Tauen, sogenannte Fixseile, gesichert ist. Ab hier geht es ca. 50-100 Meter senkrecht nach oben. Dort angekommen führt der weitere Weg in die Ostflanke. Zum Glück ist es dunkel und ich muß mich immer wieder zwingen, nicht mit meiner Stirnlampe in die dunkle Tiefe zu blicken.


Joe in der Ostwand

Schnell kommen wir voran, sodaß wir gerade zum Tagesanbruch nach ca. 2 ½h um 06:00 Uhr bereits beim Solvay-Biwak (4.003m) sind.


Joe vor der Hörnlihütte

Hier nehme ich die 2. und letzte Schmerztablette, welche mir auf den Gipfel und wieder runter zur Hütte hilft. Nach 5-10 Minuten Pause bitte ich Hannes weiterzugehen, damit wir vor dem Gipfel nicht mehr eingeholt werden können. Die anderen 2 Seilschaften, die neben uns heute noch den Gipfel erreichen werden, befinden sich weit unter uns.


Joe am Grat zwischen Nord- und Ostwand, weiter unten die anderen 2 Seilschaften



Joe am Nord-Ostgrat

Oberhalb des Solvay-Biwaks kommen dann die sogenannten „Platten“. Hier geht es ca. 400m senkrecht mit dicken Fixseilen gesichert den Grat zwischen Ost- und Nordwand nach oben.


Joe unterhalb der „Platten“



Blick hoch zum Gipfel



Schlußspurt zum Gipfel



letzte Rast vor dem Gipfelanstieg

Kurz vor Ende der Fixseile müssen wir die Steigeisen anziehen, da geschmolzener und wieder gefrorener Schnee den Weiterweg sehr eisig gestaltet. Hannes fragt mich, ob ich mein Eisgerät haben möchte. Dummerweise lasse ich es im Rucksack, da ich mit freien Händen besser klettern kann. Das im Anschluss befindliche Schneefeld konnte ich hier leider noch nicht sehen. 50m weiter oben stehe ich dann an einer steilen Kante der Nordwand unterhalb eines ca. 55° schrägen Schneefeldes. Hannes ist mit schnellen Schritten darüber weg und sichert mich 20m höher an einem Bohrhaken. Nachdem ich mit den Frontalzacken der Steigeisen im sehr steilen Schneefeld stehe, bekomme ich fürchterliche Angst. Hinter mir geht es über 2000m senkrecht in die Nordwand runter und ich stehe hier mit jeweils 2 Eisenspitzen der Steigeisen an den Schuhen im echt heftig steilen Schneefeld. Ich blockiere und kann mich nicht mehr bewegen. Ich rufe zu Hannes hoch, daß ich Angst habe und mein Eisgerät als Aufstiegshilfe benötige. Nachdem er mir 2-3 Mal in forschem Ton sagt, daß er mich gesichert hat und ich weitersteigen soll, gehe ich in langsamen Schritten weiter. Ich kann mich nicht erinnern, wann ich das letzte Mal solch eine Angst wie auf diesen 20m hatte!
Als ich bei ihm bin, schickt Hannes mich direkt weiter. Ich realisiere gar nicht, daß ich das erste Mal bei unserer Tour vorausgehe. Wenig später klopft mir Hannes um Punkt 08:30 Uhr auf die Schulter und gratuliert mir bei strahlendem Sonnenschein nach 5h Aufstieg zur Gipfelbesteigung des Matterhorns (4.478m). Ich bin so überwältigt und mir fällt die ganze Last und Angst von den Schultern, daß ich während der ganzen Zeit am Gipfel am Weinen bin.


Joe am Gipfel des Matterhorns

Erst nach mehreren Minuten bei der Statue des Heiligen Bernhard (Schutzpatron der Alpenbewohner und Bergsteiger) bin ich wieder am Strahlen und kann den Gipfelsieg mit voller Freude genießen.


Joe beim Heiligen St. Bernhard (Schutzpatron der Alpenbewohner und Bergsteiger)

Kurz nach uns erreichen auch die anderen 2 Seilschaften, die uns fast noch eingeholt haben, den Gipfel. Nach wenigen Minuten steigen Hannes und ich wieder als erste ab und sehen die anderen bis zur Hütte nicht wieder. Obwohl wir für den Abstieg weitere 4 ½h brauchten, kam mir dieser wesentlich schneller vor, als der Aufstieg. Die lange Zeit kommt wohl daher, daß ich v.a. in den letzten beiden Stunden sehr erschöpft war und bei höchster Konzentration nur noch sehr langsam gelaufen bin, um ja nicht noch einen Fehltritt zu machen. Vor allem in der steilen mit kleinen Steinchen zu durchsteigende Ostflanke, welche wir am Morgen in Dunkelheit durchstiegen haben, verlangt viel Vorsicht und Mut bei nun am Tage sehr angsteinflößenden Tiefblicken. Ich rechne es meinem Bergführer sehr hoch an, daß er mich zu diesem Zeitpunkt (wie eigentlich auch während der gesamten Tour) nie zur Eile angetrieben hat !
Um 13:00 Uhr sind wir wieder auf der Hörnlihütte und Hannes verabschiedet sich, da er zu seiner nächsten Tour weiter möchte. Ich mache eine lange Pause und humple nach dem Mittagessen ab 14:00 Uhr Richtung Gondel am „Schwarzsee“. Die Schmerzen im Bein und an den Blasen sind jetzt, wo ich mich nicht mehr auf das steile Gelände konzentrieren muß, wieder stärker geworden. Gestern hatte ich im Aufstieg zur Hütte noch 1 ½h benötigt, während ich heute 2¾h im Abstieg brauche. So bin um 16:45 Uhr kurz vor der letzten Gondel Richtung Tal an der Station. Dies zeigt, wie leer mein Akku nach der Matterhornbesteigung jetzt war. Um 17:30 Uhr werde ich wieder vom Hotelshuttle abgeholt. Nach einem 4-Gänge-Abendessen gehe ich müde aber glücklich und zufrieden ins Bett.

Beitrag von: Joachim Schreck
24.08.2015
Matterhorn Hörnligrad mit Bergführer (30.08.2011)
Besteigungsbericht

Ein etwas ausführlicher Bericht damit es anderen nicht so ergeht wie uns.
Wer auf das Matterhorn möchte sollte sich überlegen ob er mit einem ortskundigen Bergführer den Gipfel erreichen möchte oder lieber alleine sein Glück versuchen will. Über 800 Tote, Unzählige Bergsteiger haben versucht den Gipfel zu erreichen aber bei weitem haben es nicht alle geschafft. Dazu kommt noch die äußerst schwierige Orientierung gerade im unteren Bereich nach dem Einstieg bis zu den Mosleyplatten. Da es ja keine Bergkameradschaft mehr gibt „beschützt“ ein Bergführer auch irgendwo seinen Gast gegen vor manch rüpelhaften „Bergkameraden“. Dies waren die Gründe warum wir, mein Sohn und ich, uns für einen Bergführer entschieden haben. Dagegen sprachen die enorme Kosten und dass man es nicht alleine gemacht hat. Wir haben uns trotzdem für einen Bergführer entschlossen. Schließlich steht bei aller Freude am Bergsteigen die Sicherheit in Vordergrund. Konditionell gut vorbereitet sind wir die 780 km vom Chiemgau nach Zermatt gefahren, haben dort eine Eingehtour auf einen 4000er gemacht und sind dann 2 Tage später nach Absprache mit dem in Zermatt ansässigen Alpincenter (AC) zur Hörnlihütte (3260m) aufgestiegen die wir so gegen 14:00 Uhr erreichten. Einchecken ab 15:00 Uhr, wir wurden vorher angemeldet (AC) und erwartet. Also langweilten wir uns erst einmal stundenlang auf der Terrasse, beobachteten das Treiben und gegen Abend unternahmen wir eine Erkundung über den Einstieg zur Route und noch etwas darüber hinaus. Immer mehr Bergsteiger und Bergführer kamen in die Hütte und so gegen 18:00 war die Hütte gut gefüllt. Die Sitzplätze in der Gaststube sind wie folgt aufgeteilt: Die Hälfte aller Plätze für die „richtigen“ Bergsteiger, ein Viertel der Plätze für die Bergsteiger die einen Führer brauchen und ein Viertel der Plätze für die Bergführer. Abgetrennt durch einen Raumteiler saßen wir nun auf den uns angedachten Plätzen und warteten nun bis einer der Bergführer Kontakt mit und aufnahm wie es durch das AC angekündigt war. Es war alles andere als ein schönes Gefühl, die „richtigen Bergsteiger“ waren unter sich und warfen uns immer wieder mal einen verächtlichen Blick zu, die Bergführer in froher Laune beachteten und erst gar nicht. Nach dem Abendessen, 19:00 Uhr (5 Stunden nach Ankunft) kamen dann die 2 uns zu geteilten Bergführer, kurzes Vorstellen, Ausrüstungscheck und die Absprache für den nächsten Tag, das war es dann.
04:30 Uhr sollte man Aufstehen, 04:50 Uhr nach sehr einfachem Frühstück startklar sein. Bis 03:00 Uhr musste jeder von unserem 20 Betten Matratzenlage mal zum Pieseln und danach ging die „Rödelei“ los. An Schlaf war also überhaupt nicht zu denken. Ich betone dies deshalb weil die Hütte abgesperrt war und erst ab 05:00 Uhr auf geschlossen wurde, was im Vorfeld bekannt war. Die ganze Unruhe in der Hütte war vollkommen umsonst. Da zeigte sich wieder einmal wie „Bergkameradschaft“ heutzutage praktiziert wird.
04:50Uhr wir waren startklar unsere Bergführer hatten uns schon in der Gaststube eingebunden und so ca. 50 Leute drängelten und drückten gegen die Ausgangstür, die abgeschlossen und „bewacht“ wurde. Dann endlich nach Abzählen 5 4 3 2 1 wurde aufgeschlossen und der „Wettkampf“ begann. Alles rannte, stolperte im Stirnlampenlicht zum Einstieg (3 Minuten von der Hütte entfernt) , wo es natürlich zum ersten Stau kam. Wir hatten Glück und waren im vorderen Drittel so dass wir nicht lange warten mussten um uns an den Fixseilen und Einstiegsfelsen hoch zuziehen. So hatten wir uns das nicht vorgestellt obwohl wir uns im Vorfeld bei der Planung auch darüber informierten. Als unsere Bergführer uns den Abend zuvor sagten wir müssen spätestens in 2 bis 2 ½ Stunden an der Solweyhütte ( 600 HM) sein, sonst kehren sie wieder um, glaubte ich dass sie einen Spaß machten. Nun wusste ich dass es ernst gemeint war und genauso zackick ging es aufwärts, kaum mal eine Zeit für ein Foto, von einem kleinen Vidoeclip ganz zu schweigen. Wir schafften die 2 Stunden und brauchten für den ganzen Aufstieg genau 4 Stunden. Mit 2 kleinen Pausen, eine an der Solwayhütte und einmal zum Steigeisenanziehen nach ca. 750 Höhenmeter. Ganz ohne Blessuren ging es allerding nicht. Eine Bergsteigerin, im Abstieg, stand mit ihren Steigeisen in meinem Oberschenkel, weil ja alles rasend schnell gehen muss, wenigstens bekam ich noch im Vorbeiklettern noch ein „Entschuldigung“ zu hören. Die Narben der 4 Löcher werde ich wohl noch eine Weile haben. Um 09:00 Uhr waren wir also auf dem Gipfel, aber so eine richtige Freude wollte nach dem Erlebten nicht aufkommen. Nach einer Gipfelrast von ca. 5 Minuten ging es bei allerbesten Wetterbedingungen wieder hinunter. Es ist ja alles abzuklettern, wobei ich mir da auch etwas schwer tat. Wann klettert man schon mal ab, entweder es geht zu Fuß wieder runter oder es wird abgeseilt. Ich hatte den Eindruck dass unsere Bergführer etwas genervt waren weil wir ebenfalls 4 Stunden für den Abstieg brauchten. An dieser Stelle fass ich mal die Zeit zusammen. 4 Stunden hoch und 4 Stunden wieder runter und dass bei 1218 HM leichtes klettern in Fels und Eis, dabei ca. 500 HM mit Steigeisen hoch und runter. Wer also nicht konditionell nicht fit ist, braucht erst gar nicht mit einem Bergsteiger aufsteigen. Ich betone an dieser Stelle „ Bergführer“. Wir waren um 13:00 Uhr wieder an der Hörnlihütte. Am Abend zuvor sahen wir dass auch um 19:00 Uhr noch Bergsteiger abkletterten. Warum also diese Hektik und Eile? Ich habe da nur eine Erklärung: Wir waren 2 von XXX Touristen! Bergführer machen ihren Job und möchten so schnell es geht wieder unten sein, schließlich wartet ja schon der nächste Gast. Die ausgehändigte Urkunde bei der Verabschiedung bestätigt meine Vermutung (am liebsten hätte ich sie gleich wieder in die Mülltonne geworfen). So können sie bei 2 bis 3 Bier im Sonnenschein auf der Hüttenterrasse noch einen schönen Nachmittag verbringen (selbst gesehen). Soweit alles ok, ja wenn da nicht die enormen Preise wären.
Jeder Bergführer nimmt nur einen Gast mit, 1100 Euro, dazu kommt 1x Vollpension für den Bergführer und für sich selbst 150 Euro (mit DAV Ausweis). Nun sollte man aber wissen dass es auf der Hörnlihütte kein Wasser für die Gäste gibt. 80 Leute kommen verschwitzt jeden Tag hoch, 2 Toiletten (die sauber waren) dazu noch eine Außerhalb, die will man nicht wirklich gesehen haben), kein Wasser für Zähneputzen oder mal Händewaschen, Waschräume sind gesperrt, Matratzenlager für 20 Personen. Ich meine da sind 75 Euro schon ein stolzer Preis, selbst bei diesen Bedingungen. Als Alternative kann man Wasser kaufen. Über die Hüttengetränkepreise will ich jetzt erst gar nichts schreiben.
Fazit:
Wir waren auf dem Gipfel des Matterhorns, einem Berg von dem wir immer geträumt haben. Er ist zum Massentourismus geworden, wovon wir gehört haben uns das aber so nicht vorgestellt haben. Nicht alle haben an diesem Tag den Gipfel erreicht obwohl die Wetterbedingungen optimal waren. Wäre der untere Teil der Tour nicht ein derartiges Labyrinth, würde ich sofort wieder zum Matterhorn fahren und alleine aufsteigen, so aber liegt die größte Gefahr des Berges, wenn die Kondition und das Wetter passt, bei der Orientierung. Vom Klettern her gesehen gibt es keine Problem, man weiß ja dass es bis III geht und das sind nur ganz kurze Stellen.
Mein Tipp:
Egal ob mit oder ohne Bergführer, Kondition ist ein absolutes Muss. Wenn man mit einem Bergführer zum Gipfel möchte sollte man sich vorher besser informieren als wir es gemacht haben. Nichts gegen die 2 Bergführer die wir hatten, sie waren absolut verlässlich, korrekt und freundlich. Wir haben uns sicher gefühlt! Ich denke aber dass es auch noch andere Bergführer in dieser Region gibt die sich und dem Gast mehr Zeit geben dass das Besteigen des Matterhorns zu einem grandiosem Bergerlebnis wird und nicht wie bei uns zu einem sportlicher Wettkampf gegen die Zeit abgestempelt wird. Mir ist das Erlebnis Berg viel zu kurz gekommen, ich hätte gerne mal inne gehalten ein paar Fotos gemacht, hin und wieder einen kleinen Videoclip aufgenommen. Schließlich hat man sich ja jahrelang auf den Berg gefreut und möchte das Erlebte noch lange in Erinnerung haben.
So muss ich leider sagen: ABGEHAKT! Schade!



nach 4 Stunden auf dem Gipfel

Beitrag von: Rainer Jost
04.09.2011
Hörnligrat im Oktober (11.10.2008)
Besteigungsbericht

Hat man diesen Berg einmal aus der Nähe gesehen, dann will man auch irgemdwann mal dort rauf. Im Sommer, solange die Hörnlihütte bewartet ist, macht der gleichnamige Grat kein Spass, wie man schon aus zu viele Geschichten gehört hat. Also entweder Zmuttgrat, Furggengrat oder außerhalb der Bergführersaison.
Wir sind bei Sonnenaufgang am 11. Oktober zum Hörnligrat aufgebrochen. Nur zwei weitere Seilschaften (mit Bergführeren aus Chamonix) waren im Winterraum der Hörnlihütte, die am gleichen Tag die Norwand durchstiegen haben. Der Ofen des Winterraums war mit schweren Eisen gesichert und auch sonst war er im Vergleich mit anderen Schweizer Winterräumen, die in der Regel ja super sind, schlecht ausgestattet.


Klassischer Anblick eines genialen Berges

Im unteren Teil hat es etliche Wegspuren, die einen in die Irre führen können. So sind wir auch nach längerem Suchen eine bröselige Rinne hoch, bis wir wieder auf die richtige Route kamen mit den von vielen Steigeisen und Bergschuhen polierten Felsen. (Man darf unten im Geröll, wo es noch ein Pfad hat nicht immer weiter nach links queren, sondern muss irgendwann den Spuren, die nach rechts Richtung Grat führen folgen). Die Steigeisen haben wir am kompletten Grat angehabt, weil es doch einiges an Firn in der Ostwand hatte, der aber gut zu gehen war.



links: Blick zur Hörnlihütte; recht: Blick nach oben mit Solvayhütte

Am gelblichen Band sind wir dann, auch bedingt durch den Firn, nicht weit genug nach links gequert auf die Rippe und zu direkt über etwas unangenehme Platten nach oben geklettert.


Untere Moseleyplatte vor der Solvayhütte (mit Hubschrauber)

Eigentlich hatten wir mal überlegt die Fixseile im oberen Teil zu vermeiden und alles frei zu klettern. Dieser Vorsatz ist dort oben, dann aber schnell vergessen. Da hätten wir schon 2-3 Stunden früher aufstehen müssen. Das Hochziehen an den Tauen geht zwar schnell, ist aber ungemein anstrengend. Zum Schluss gabs dann noch ein recht steiles Firnfeld zur Statue hoch. Obwohl wir alles seilfrei gegangen sind, haben wir durch veschiedene Verhauer und vielleicht nicht ganz optimale Fitness 6,5h zum Gipfel benötigt. Dort oben zu stehen ist schon der Hammer!


Fixseile nach der Schulter

Im Abstieg gings anfangs noch recht flott, doch dann wurden wir müde und begannen Abzuseilen. So kams dann, dass wir an der Solvayhütte entschieden, den Abstieg erst am nächsten Tag fortzusetzen. Klar, normlaerweise ist die Hütte für Notfälle und Leute, die die schweren Touren am Horn machen. Aber es waren keine weiteren Leute am Hörnligrat und zwei Seilschaften in der Nordwand, die noch eintreffen würden. So dass wir mit der Matratze aus dem hinteren Raum genau 6 Schlafplätze hatten. Besondere Gag ist der schwere Eisendeckel der Toilette, den man irgendwie festhalten muss, wenn man diesen etwas unschönen Ort benutzen wollte. Aber die Solvayhütte ist natürlich ein extremer Sicherheitsgewinn für die Ersteiger des Matterhorns.


Kreuz am Italienergipfel

Beitrag von: Markus Disch
15.10.2008
Matterhorn-Hörnligrat (28.08.2007)
Besteigungsbericht

Das Matterhorn war bisher nie wirklich ein Thema für mich gewesen.

Schon früher hatte ich von der besonderen Hektik und dem Andrang die an diesem Berg vorherrscht gelesen und gehört.

All das schreckte mich bisher ab und tatsächlich brachte erst mein Führer den Berg ins Gespräch, da er sich infolge der Bedingungen, die in den Tagen vor unserer Besteigung vorherrschten, plötzlich wieder anbot.

Noch eine knappe Woche zuvor war das Horn stark verschneit, wie man auf den Bildern der Dent Blanche-Tour gut erkennen kann.

Also einigten wir uns auf einen Besteigungs-Versuch des Matterhorns wenngleich ich danach eine schlechte Nacht hatte. Ich war mir nicht sicher, ob ich es von der klettertechnischen Seite her packen würde.

Wir trafen uns am frühen Abend auf der Hörnlihütte und die war ziemlich gut belegt. Schätzungsweise 30 Zweierseilschaften befanden sich am Abend im Speiseraum und es war recht hektisch und laut.

Noch nie habe ich auf einer Hütte oder an einem anderen Berg eine solche Teilung der Anwesenden Bergsteiger in "Personen mit und ohne Bergführer" erlebt.

Die einheimischen Führer haben einen eigenen Sitzbereich (Stammtisch) an dem auch deren Klienten platznehmen dürfen. Der Rest der Hüttenbenutzer hat dort nichts zu suchen.

Am Morgen ist die Hüttentüre zunächst verschlossen und die Führer sammeln sich gegen 4:45 mit den bereits angeseilten Klienten vor dieser Türe.

Andere Gruppen die versuchen sich dort ebenfalls aufzustellen werden knallhart abgedrängt oder mit klaren Worten zum Verlassen dieser Zone aufgefordert.

Wenn die Türe dann geöffnet wird bricht der Sturm der "Bergführerseilschaften" richtig los.

Auf den ersten Metern hinter der Hütte, wo es sofort mal steil hinauf geht, wird zum Teil noch hektisch überholt und gedrängelt, denn danach gibt es nirgendwo mehr eine Chance, andere langsamere Seilschaften zu überholen. Am ersten Aufschwung hatte ich schon einen 180er Puls (geschätzt)

Alle Führerlosen müssen sich zwangsläufig hinten einreihen und an den kritischen Stellen mit langen Wartezeiten und Steinschlag rechnen.

So ist die Realität am Matterhorn; ich hatte ja mache Geschichte gehört, doch das Erlebte hätte ich nicht für möglich gehalten.

So, nun aber die Bilder:


Das Horn aus der Nähe: ab 4000m ist der Berg durchgehend weiss



Untere Moseleyplatte, die Solvayhütte ist zu sehen (4003m) Steigeisen an!



Am unteren Rand der Schulter; viel Schnee aber Dank der Eisen guter Halt



Blick von der Schulter in die winterliche Matterhorn-Nordwand



Die ersten Fixseile am Dach; ab hier sehr steil und teilweise heikle Blankeisstellen



In den Fixseilen; diese Stellen empfand ich persönlich als die anstrengensten der ganzen Tour



Ein Moment der Besinnung und Ehrfurcht auf dem Gipfel!



Das obligatorische Gipfelbild!



Bereits wieder auf dem Weg nach unten

Für den Abstieg haben wir 3h benötigt und da ist eine Rast an der Solvayhütte mit enthalten.

Um nachfolgende Seilschaften beim Aufstieg so wenig wie möglich zu behindern, seilten wir an den meisten Seilstücken ab, ohne die Fixseile zu benutzen.

Dennoch waren an diesem Tag von den gestarteten 30 Seilschaften nur 12 Paare auf dem Gipfel, die anderen mussten abbrechen.


Tiefblick über den Hörnligrat in die Tiefe



Blick nach oben auf Ostwand und Gipfelkopf; hinter uns folgen noch zahlreiche Seilschaften



Das Wetter verschlechtert sich zusehens



Mein Führer bei der Arbeit



Blick von der Solvayhütte in die Ostwand und auf den schwierigen Furgg-Grat







Kurz vor Erreichen der Hörnlihütte bricht der Regen los.
Doch schon mach 30 Minuten verzieht sich das erste Gewitter des Tages und gibt noch einmal den Blick auf das Horn frei.

Nun wusste ich, warum wir es unterwegs zügig angehen ließen, die Wetterverschlechterung war im Zeitplan fest programiert gewesen und es hat zum Glück auch gut gepasst.



Zum Dank der erfolgreichen und gesunden Rückkehr ein Stein an das Gedenkkreuz zwischen Schwarzsee und Hütte



Und ein letztes Bild von uns; am Schwarzsee hat uns die Zivilisation wieder

Das Matterhorn ist sicher ein Bergerlebnis der besonderen Art aber ist ist auch ein Berg, den man einmal aber nicht unbedingt irgendwann nochmal besuchen muß.
Es sei denn man wagt eine der schwierigeren Routen auf diesen Ausnahmeberg.

Noch eine Bemerkung am Rande:

Wer das Matterhorn ohne Führer machen möchte, der sollte über gute Wegkenntnisse verfügen, denn gerade am Morgen ist es superschwer die richtige Route zu finden. Viele hoffen darauf im Windschatten einer Führerseilschaft nach oben geleitet zu werden, doch das funktioniert nur mit viel Glück und guter Klettergeschwindigkeit. Wer einmal abgehängt worden ist hat Probleme und die nehmen bis zur Solvayhütte stetig zu.

Das Geld für einen guten Führer ist meiner Meinung nach gut angelegt, ich jedenfalls würde den Berg niemals "OHNE" empfehlen!!
Und eines noch: Auf dem Gipfel beginnt die Tour nochmal von vorne, dass sollte man NIE vergessen!!!

Gruss garaventa

Beitrag von: Frank Frentzen
08.10.2007
"... und irgendwann ruft das Matterhorn." (05.09.2005)
Besteigungsbericht

So richtig los ging es, nachdem ich das Buch „Die Viertausender der Alpen“ verschlungen hatte. Anfang Juli 97 stehe ich auf dem Gipfel des Weissmies. Mein kleiner „Bergbazillus“ tobt vor Freude! Im August 98 halte ich mich am Gipfelkreuz des Dom fest. Verdammt harter Brocken! Nachdem ich mehrere Viertausender in den Walliser Alpen teils solo, teils mit Bergführer, erobert hatte, erlebte ich das, was schon so viele Alpinisten vor mir erfuhren: Irgendwann ruft das Matterhorn!
Im August 2002 fahre ich nach Zermatt und stehe zum ersten Mal vor dem „Berg der Berge“. Zwei Tage später Aufstieg zur Hörnlihütte. Nachts um 4 Uhr Gewitter und Neuschnee! Das war’s.
Zweiter Anlauf: Ich buche für die erste Augustwoche 2005 ein Zimmer in Zermatt. Am 1. August beginnt der Dauerregen im Wallis. Ab 2000 Meter liegt Neuschnee. 20 Zentimeter! Das Matterhorn glänzt in einem weißen Schneekleid wie im tiefsten Winter. Und – der Schnee bleibt liegen!
Langsam reicht es mir!
Einen Monat später bin ich wieder in Zermatt! Die Wetterprognosen sind optimal. Selbst Kachelmann sagt gutes Bergwetter voraus. Beim Abendbrot auf der Hörnlihütte piept mein Handy: “Du schaffst es!“ schreibt meine Frau Ulrike. Morgen, am 5. September, hat sie Geburtstag. Ich plane 5 bis 6 Stunden für den Aufstieg und kündige meine Glückwünsche vom Gipfel für 10.30 Uhr an.
4.30 Uhr - Frühstück auf der Hörnlihütte: Bekanntes, morgendliches Hüttenchaos! Knapp einhundert Menschen wollen an diesem 5.September 2005 auf das Matterhorn!
Miggi Biner, mein 32-jähriger Bergführer aus Zermatt, wartet schon ungeduldig. Wir treten vor die Tür. Kein Regen! Kein Schnee! Ich kann es kaum glauben. Los geht’s. Nach zehn Minuten der sogenannte „Einstieg“ – eine mehrere Meter hohe fast senkrechte Wand und das erste Fixseil. Miggi ist zufrieden. Die nächsten Stellen sind nicht leichter. Klettern, klettern, klettern...

Miggi drängt auf Tempo. Nach einer Stunde wird es hell. Langsam steigt die Sonne über dem Monte- Rosa- Massiv empor. Unter meinem Steinschlaghelm staut sich der Schweiß, läuft ins Gesicht. Keine Hand ist frei.
Ich kämpfe mit mir, bin am Ende. Will eine ganz kurze Pause! Bitte Miggi einmal, bitte noch mal, bitte ihn verzweifelt noch einmal...
Aber Miggi Biner will jetzt keine Pause!
Wir nähern uns der 4000 Meter – Grenze. Die Luft wird dünner. Der lästige Reizhusten, den ich seit drei Wochen mit mir herumschleppe, hat mich geschwächt.
Es wird immer steiler. Als ich Miggi erneut um eine kleine Verschnaufpause bitte, bleibt er stehen, dreht sich um und wettert: “Erich, wir wollen gemeinsam auf den Gipfel und heute noch zurück! Also los!“




Erich Wangerin beim Aufstieg am Hörnligrat

Kurz nach 7 Uhr erreichen wir die Solvey-Hütte. Halbzeit. Miggi genehmigt fünf Minuten Pause!
Wenn die Zermatter Bergführer spüren, dass ihr Partner am Seil Schwierigkeiten mit der Kondition hat, kehren sie spätestens hier um. Miggi hatte vorhin so eine komische Andeutung gemacht. Ich werde unruhig. Doch es geht weiter! Jetzt kommt die schwierigste Passage: 200 Meter fast senkrechte Wand! Fixseile. Stau. Drei Seilschaften quälen sich vor uns die Wand empor. Zeit zum Durchatmen. Mir geht es wieder besser. Noch zwei Traubenzucker, ein Schluck aus der Trinkflasche, dann sind wir dran. Es geht besser, als ich dachte! Miggi ist wieder zufrieden mit mir.

Gegen 8.30 Uhr erreichen wir das Gipfeldach. Mit Steigeisen geht es durch gefrorenen Schnee. Das liegt mir gut, das kann ich. „Miggi, wie lange noch?“ „Halbe Stunde.“ Jetzt weiß ich, dass ich es schaffen werde!




Geschafft! Erich Wangerin und Miggi Biner auf dem Gipfel

Die letzten Schritte bis zum Gipfel gehe ich wie im Traum. Geschafft! Um 9.13 Uhr, nach knapp viereinhalb Stunden, stehen wir auf dem Gipfel!
Miggi gratuliert schmunzelnd: „Das war schon ganz gut, Erich. Na es geht doch!“ Ich könnte ihn steinigen!
Schlage ihm dann kräftig auf die Schulter. Ein Pfundskerl, dieser Miggi Biner! Die Geburtstagsglückwünsche für meine Ulrike kommen eine Stunde früher, als angekündigt. Riesenfreude, Emotionen, Tränen.
Zwei Tage später bin ich wieder zu Hause. An meinem 61. Geburtstag. Oft werde ich gefragt, warum tust du dir das an? Warum setzt du dich den Gefahren aus? Was bringt dir das? Antworten darauf sind nicht leicht. Ich antworte gern mit Oscar Wilde:„Wirklich zu leben ist das Kostbarste. Die meisten Menschen existieren bloß.“
In diesem Sinne werde ich wieder in die Berge gehen. Solange ich es kann.

P.S.
Miggi Biner verunglückte im März 2007 tödlich. Ich werde ihn nie vergessen.





Beitrag von: Erich Wangerin
06.09.2007
Matterhorn- Nordwand- Besteigung 1975 (1975)
Besteigungsbericht

Als kleiner Bub sah ich auf einem Kalenderbild das Matterhorn und hatte von da an den Wunsch, diesen Berg zu besteigen.
Bedingt durch meine Zeit im Leistungssport als Langstreckler bei Bayer Krefeld-Uerdingen und als Radrennfahrer, konnte ich mir erst mit 44 Jahren meinen Wunsch erfüllen.



Gletscherabbruch am Einstieg

Auf der Hörnlihütte lernte ich Kurt kennen, ein toller, wilder Bursche. Wir passten gut zusammen. Den Hörnligrat begingen wir 1974 im Auf u. Abstieg in 4,15 Std. Es war bis dahin die schnellste Zeit einer Zweierseilschaft. Wir gingen immer gleichzeitig.


Im Einstiegseisfeld

Schon ein Jahr später, also 1975, durchstiegen wir die Matterhorn- Nordwand.


Am Ende des Eisfeldes

Zur Aktlimitation machten wir eine 3 Tagestour: Von der Monte-Rosa-Hütte auf den Lyskamm über die NO-Wand (Welzenbach- Route); Lyskamm- Überschreitung weiter über Castor und Pollux zum Schwarztorbiwak. Am nächsten Tag über alle 5 Breithorngipfel und Aufstieg zur Hörnlihütte.


Biwakplatz über der Wellenkuppe

Wegen eines Wettersturzes mussten wir in der Hütte 3 Tage ausharren. Dann endlich brachen wir um 12 Uhr nachts auf, suchten uns den Weg zum haushohen Abbruch des Matterhorngletschers.


Am Biwakplatz

Über das Einstiegseisfeld kamen wir gut voran, wir kletterten gleichzeitig. Schon bei der Travisierung zum Schrägcouloir stellten wir aber fest, die Wand war total von einer dünnen Eisschicht überzogen vom schlechten Wetter in den Vortagen.


Helicopteraufnahme vom Biwakplatz

Hinter uns gesellte sich noch eine Zweierseilschaft aus der Schweiz hinzu. Im Schrägcouloir gingen wir die „Pokorski- Variante“. Es waren mühselige Seillängen, ständig nur einige Millimeter im Eis auf Frontalzacken stehend.


Nordwandgesicht vom Rudi nach dem eiskalten Biwak

Oberhalb vom Schrägcouloir hatten wir große Schwierigkeiten zu überwinden. Im Eisschlauch über 60° war hartes Blankeis. Abends 22 Uhr, wir sind nun 22 Std. ohne große Pausen geklettert, biwakierten wir auf der Höhe unterhalb der Schulter.


In der über 60° steilen Eisrinne

Es war ein eiskaltes Biwak ohne Daunenzeug, halb am Seil hängend, an Schlaf war nicht zu denken. Aber die Beine und Arme ruhten, das gab uns die Kraft für den nächsten Tag.


Gipfelaufbau vom Heli

Schon bei Tagesgrauen kochten wir uns einen Tee und als die ersten Sonnenstrahlen uns erwärmten, waren wir schon in den Schwierigkeiten des Gipfelaufbaus. Hier donnerte neben uns eine Steinlawine vorbei die uns fast erschlagen hätte. Wie sich später am Gipfel herausstellte, war ein Hörnligratbegeher in die Nordwand ins Seil gefallen, hat sich ein Bein gebrochen und die Lawine ausgelöst. Und endlich legte sich die Wand zurück für die letzten Meter.


Die letzten Seillängen

Nach 36 Std. Körpereinsatz brutal, standen wir am Gipfelkreuz vom in diesem Augenblick nicht geliebten Matterhorn aber überglücklich.
Problemlos war der Abstieg über dem Hörnligrat. An der Solveihütte verständigten wir die Flugrettung für den verunfallten Bergsteiger auf dem Gipfel.
Und bei der Wanderung zum Schwarzsee kam richtig Freude auf, meine Liebe zum Matterhorn war auch wieder da.



Auf dem Gipfel des Matterhorns

Beitrag von: Rudi Christ
16.02.2007
Überschreitung (6.9.1993)
Besteigungsbericht

Matterhorn
Überschreitung Zmuttgrat – Hörnligrat

Dienstagabend, eine große alpine Unternehmung ist zu Ende gegangen, (...) von der Karsten sagte, dass sie in jeder Beziehung eine Steigerung unserer Tour auf den Großglockner war, und dass er auf weitere Steigerungen nicht erpicht sei! Dem kann ich nur beipflichten. Wir hatten Verluste, lernten neue Entbehrungen kennen, kämpften wie Besessene und waren schließlich glückliche, aber außerordentlich erschöpfte Sieger. Doch versuche ich nun, die Ereignisse chronologisch darzustellen.

Die Besteigung des gewaltigen Matterhorns war schon lange ein Traum von uns. Und es gab auch schon frühere Terminvorstellungen, und es gab auch potentielle Anwärter für eine größere Mannschaft. Ich bin aber sehr froh, dass wir zu zweit waren. Der Termin wurde von Karstens Dienstplan diktiert und obwohl das Wetter nicht ideal zu werden versprach, entschlossen wir uns zu einem Versuch.

Am Freitagabend trafen wir uns in Frankfurt am Main am Bahnhof (Karsten hatte eine halbe Stunde Verspätung) und dann tobten wir mit Karstens Auto südwärts. Es ist weit: 550 Kilometer. In Bern, noch im Dunkeln, frühstückten wir bei einem Konditor am Markt. Dann, im beginnenden Tag, nutzten wir die Autoverladung in Kandersteg, um ohne Umwege oder Passstraßen ins Wallis zu gelangen. Als wir den Zug, auf dem die Autos aufgereiht standen, verlassen sollten, mussten uns Mitreisende „wachhupen“. Wir parkten dann in einem Seitental und schliefen bis 11.00 Uhr. Dann fuhren wir zu den Visper-Tälern und bis nach Täsch. Die Straße führt durch ein wildes, oft schluchtartiges Tal mit schwindelerregenden Brückenkonstruktionen. In Täsch ist für Autos die Welt zu Ende. Zermatt kann man mit einer Bahn (teilweise Zahnrad), Elektromobilen oder Luftfahrzeugen erreichen. Wir packten also schwere Tourenrucksäcke und benutzen die Bahn nach Zermatt. Dieses ist ein Hotelort mit zugehöriger Einkaufsmeile, Elektrofahrzeugen, reger Beton-Bautätigkeit und zurückgedrängter Bergbauernfolklore.

Wir wanderten bergwärts, unter der Nordseite des Matterhorns hindurch auf den Schönbielgletscher, der mich mit seinen schier endlosen Steinschutthaufen stark an den Pamir erinnerte. Die Schönbielhütte steht für Matterhorntouren auf der "falschen" Seite des Gletschers. Die Querung desselben inklusive Auf- und Abstieg dauert mehrere Stunden. Also stiegen wir unter dem Nordwestgrat des Matterhorns (Zmuttgrat) bis kurz unter das Sattelli auf (2900m, 1200 m höher als Zermatt). Dort stellten wir das eigens hierfür angeschaffte (Wegwerf-)Zelt auf und schliefen wenig.
Als der Mond die Szene erleuchtete, frühstückten und packten wir. Wenig nach 5.00 Uhr gingen wir los. Zurück blieben ein Zelt und eine Boovmatte.

Zunächst kamen wir flott und ohne Verhauer voran. Ich schlitterte einmal eine Schneerinne arg schnell hinab. Wir ließen uns verführen, weiter rechts als vorgeschlagen den Firngrat zu erreichen. Das kostete Zeit: zum einen kamen wir in eine verschneite dachziegelartig geschichtete Felspartie, was die Anwendung des Seils erforderte, und dann hatten wir einen nervend steilen Firnanstieg zu meistern. Dies alles gelang ohne viel Verdruss. Für die weiteren Geschehnisse wesentlich ist, dass wir ab Zermatt drei Liter Getränke und vier Mandarinen mitführten, dabei ein Liter heißes Wasser für das erste Frühstück. Beim Anstieg zum Grat konnten wir 2,5 Liter Wasser "nachfassen", aber dann gab es Wasser nur noch gefroren.

Wir überkletterten dann die von unten so unscheinbaren Zmuttzähne und gelangten in luftiger Gratkletterei höher und höher. Es war sonnig, aber permanent pfiff ein eisiger Wind um den Grat.

Am späten Nachmittag wurde klar, dass der Gipfel an diesem Sonntag nicht mehr erreicht werden konnte: wir mussten biwakieren. Also suchten wir eine einigermaßen windgeschützte Stelle abseits des Grates (FN in der Westflanke, mit herrlichem Weitblick) und richteten am oberen Rand eines 60° steilen Firnhangs ein Biwak ein. Wir bauten Sicherungen für uns und alle mitgeführten Gegenstände, hackten eine Zwei-Personen-Sitzbank in das Eis und kuschelten uns in Schlaf- und Biwaksäcke. Wir haben zwar nicht gut geschlafen, aber erstaunlicherweise kaum gefroren. Da unsere Getränkevorräte nun knapp wurden und wegen des eisigen Windes die Sonne keine Rinnsale entstehen ließ, sammelten wir Schnee in einer Flasche und nahmen dieselbe mit in den Schlafsack. Da wir mit leichtem Gipfelsieg aus unserem auf 4000 Meter vorgeschobenen Lager rechneten, starteten wir erst, als sich die Sonne ankündigte. Wir kämpften uns dann Seillänge um Seillänge empor und erreichten bald wieder den sonnigen, aber entsetzlich windigen Grat und kamen nach 14.00 Uhr vollkommen allein auf dem Gipfel des Matterhorns an. Die grandiose Aussicht genossen wir nur kurz (Bilderbuchwetter!) und zum Fotografieren mussten wir uns zwingen; es war ein unverkennbarer Trend zur Reduzierung aller Handlungen auf Lebensnotwendiges zu erkennen. Entsetzlich. Es muss als Glücksfall gelten, wenn eine solche Fahrt ohne ernsten Unfall endet. Jeder hatte einmal den Pickel aus der Hand gleiten lassen (unvorstellbar, wenn er haltlos in die Tiefe geglitten wäre!), ich verlor einen Handschuh (wir hatten Reserve), keiner ließ beim Einrichten oder Verlassen des Biwaks einen Schuh fallen...

Wir machten uns dann an den Abstieg und kamen zunächst zügig voran. Wir benutzten den Hörnligrat, auf dem einige Partien den Gipfel erklommen und Spuren im Schnee hinterlassen hatten. Bei einem Abseilversuch von einem Block brach derselbe aus, doch Karsten konnte sich glücklich retten. An der Biwakhütte Solvay (4000m) glaubten wir noch, bis zur Hörnli-Hütte absteigen zu können. Gemeinsam mit vier Spaniern (FN: die vorgaben, sich auszukennen) seilten wir ab, gerieten aber von der Abseilpiste ab (oder dieselbe ist arg unkenntlich) und es ward Nacht, als wir auf einem Firnfeld ankamen. Nach vielem hin und her entschlossen wir uns erneut zu einem Biwak.

Die Spanier stiegen mit Lampen ab, kamen gegen 3.00 Uhr unten an der Hütte an. Wir fanden ein beinahe gemütliches Plätzchen, verbrachten einen Teil der Nacht halb sitzend, halb liegend; immerhin mussten wir uns nicht anseilen. Trinkwasserprobleme hatten wir freilich noch mehr als am Vortage. Der aufgehende Mond zeigte dann, dass verstärkt Wolken aus Italien herüberzogen. Das mahnte uns zur Eile. Zügig stiegen wir bei Mondschein ab, fanden Wegspuren. Aber dann zog es sich zu und begann fein zu schneien. Da wir nun keine Übersicht mehr hatten und zufällig an einem gerade genügend großen Loch vorbeikamen, schlüpften wir erneut in die Schlafsäcke und schliefen wirklich.

Am Morgen erkannten wir erleichtert: Klare Luft, Sonne, aber eben überall Neuschnee. Nach kaum zwei Stunden kamen wir zur Hörnli-Hütte. Frühstück gibt es dort erst ab 8.00 Uhr; solange warteten wir, um teuren Tee zu trinken, der in uns förmlich verdampfte. Der Weg zur Seilbahnstation ist mit zwei Stunden im Aufstieg angegeben; uns reichte diese Zeit für den Abstieg kaum. Es wurde uns lang und wir bewegten uns langsam.

In Zermatt setzten wir uns in ein Kaffee und bestellten paarweise Selters, Cola, Kaffee; das vertrieb das Durstgefühl beinahe für eine halbe Stunde. Bahnfahrt nach Täsch, Auto packen, Waschen am Bach, Fahrt talwärts, trinken. Wir fuhren das obere Rhonetal hinab: sehr steile oft kahle Berghänge (westalpin), breiter Talboden mit Burgen und Ruinen auf Hügeln. Dann mussten wir Weinbauern bei der Lese kaum merklich unterstützen. Das war jedenfalls die richtige Nahrung für uns: schön feucht. Wir kamen dann zügig nordwärts voran.

Vieles hat diese Tour gelehrt: Mit größerer Mannschaft kann man solche Unternehmungen aus Zeitgründen nicht machen. Nächstens nehmen wir nur einen winzigen Fotoapparat, keine Videokamera, weniger Kletterzeug, aber mehr (noch mehr) Wasser mit. Ich hatte Verdauungsstörungen mit Erbrechen (also das wenige Getränk auch noch vergeudet!) Das kann sowohl die Anstrengung als auch die fehlende Akklimatisation zur Ursache haben.

Auf der Verlustliste fehlen noch: zerrissene Jacken, zerrissene Hosen, geopferte Schlingen, eine abgestürzte Abseilacht. ...

Unser Zmuttgrat ist insgesamt eine schöne Tour: Firn- und Felsgrate, dazwischen aber auch alpines Schuttgeschröfe. Begangen wird der Weg aber eher selten, oder aber von seilfrei gehenden Spezialisten; wir fanden z.B. nur drei Haken. Und er ist ein starkes Beispiel für die Rückzugslosigkeit: Nach Überschreiten der Zmuttzähne kann man eigentlich nur noch aufwärts streben.

Noch nie zuvor hatte ich das Gefühl, mich in Lebensgefahr begeben zu haben. Beim ersten Biwak diskutierten wie eher scherzhaft den Einsatz eines Rettungshubschraubers (Helikopter und kleine Flugzeuge waren häufig und störend laut um uns). Beim Biwak während des Abstiegs musste ich immer an Tod durch Erschöpfung denken, der bei übertriebenen Bergabenteuern auch noch nach Erreichen der vermeintlich rettenden Hütte eintreten kann. Und beim Abstieg im Dunkeln hatte ich Angst vor Stolpern oder Fehltreten mit unklaren Folgen.

Ich habe fünf Kilogramm abgenommen.





Beitrag von: Karsten Müller
07.09.2006
Beitrag (bebildert) hinzufügen
Bilder
Matterhorn von Schönbielhütte

Beitrag von: Joachim Schreck
24.08.2015

Matterhorn

Beitrag von: Joachim Schreck
24.08.2015

Matterhorn

Beitrag von: Joachim Schreck
24.08.2015

Matterhorngipfel

Beitrag von: Joachim Schreck
24.08.2015

Matterhorn

Beitrag von: Joachim Schreck
24.08.2015

Matterhorn

Beitrag von: Joachim Schreck
24.08.2015

Top of Matterhorn: Panoramablick auf die Monte Rosa Gruppe. Mehr Bilder von der Matterhorn Hochtour unter http://www.bergauf.ch/bergtouren/matterhorn

Beitrag von: Roland Aeschimann
19.01.2014

Matterhorn im Abendlicht vom kl. Matterhorn am 10.8.2013

Beitrag von: Thomas Woznik
14.09.2013

Matterhorn. More photos/videos on http://www.rzeszutko.net and http://www.beyond-the-4000.com

Beitrag von: Maciej Rzeszutko
30.08.2013

Matterhorn auf dem Grenzgletscher Richtung Monterosahütte aufgenommen

Beitrag von: Joachim Schreck
17.01.2013

Liskamm West und Ost mit Schatten der Dufourspitze und das Matterhorn

Beitrag von: Joachim Schreck
17.01.2013

Joe auf dem Grenzgletscherplateau, im Hintergrund das Matterhorn

Beitrag von: Joachim Schreck
17.01.2013

Liskamm West und Ost, Matterhorn, Dent Blanche und Ober Gabelhorn

Beitrag von: Joachim Schreck
17.01.2013

Olli, Martin und Jogi auf dem Grenzgletscher vor der am Matterhorn aufgehenden Sonne

Beitrag von: Joachim Schreck
17.01.2013

Der liebe Gott schenkt uns durch ein Wolkenloch noch einen letzten Blick aufs Matterhorn

Beitrag von: Joachim Schreck
17.01.2013

Matterhorn 4478m am 12.08.1977

Beitrag von: Gerd Kartzig
16.12.2011

Das letzte Grün

Beitrag von: Friedrich Görg
26.08.2008

Matterhorn ca. 1939

Beitrag von: René Barth
17.06.2008

Blick vom Allalinhorn auf Matterhorn und Mont Blanc

Beitrag von: Stefan Anders
18.09.2007

Matterhorn mit Sommerschnee

Beitrag von: Erich Wangerin
03.09.2007

Matterhorn aus neuer Perspektive

Beitrag von: Erich Wangerin
03.09.2007

Vetta Cervino ( 5 ottobre 1997 )

Beitrag von: Giuliano Zanga
19.02.2007

Cervino ( versante svizzero )

Beitrag von: Giuliano Zanga
19.02.2007

Tramonto dal Carrel

Beitrag von: Giuliano Zanga
19.02.2007

Monte Rosa bis Matterhorn vom Aufstieg zur Dent Blanche (aufgenommen am 25. August 2003)

Beitrag von: Daniel Roth
18.02.2007

Matterhorn vom Riffelsee

Beitrag von: Christian Kleiner
21.01.2007

Vom Zustieg zur Monte Rosa Hütte via Stockhorngrat, 29.5.2004

Beitrag von: Karsten Müller
08.09.2006

Matterhorn - view from the Riffelsee

Beitrag von: Zoltan Csaba Bedo
20.08.2006

Passing the Matterhorn north face

Beitrag von: Hans Wennerström
01.04.2006

Matterhorn von der Dent d`Herens aus gesehen.

Beitrag von: Hermann Reiser
09.03.2006

Matterhorn Westflanke vom Obergabelhorn aus.

Beitrag von: Hermann Reiser
02.03.2006

Matterhorn from Hörnli hütte

Beitrag von: Marian Borsiczky
06.02.2006

Matterhorn from the way to Alphubel

Beitrag von: Marian Borsiczky
06.02.2006

Gipfel des Matterhorn vom Breithorn (22.07.2005)

Beitrag von: Frank Hunger
17.08.2005

Matterhorn vom Aufstiegsweg des Castor aus fotografiert

Beitrag von: Alex Stolz
17.08.2005


Beitrag von: Matthias H.
07.10.2004

Erstes Licht auf die Ostwand an einem schönen Sommertag

Beitrag von: Daniel Roth
31.03.2004
Einzelbild hinzufügen
                                                                            

© 2003-2016 Thomas Schabacher, Daniel Roth - Alle Rechte vorbehalten.     Impressum