Viertausender der Alpen

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  Gran Paradiso (4061 m)  
  Grajische Alpen  
Photo © Martin Friedrich
Erstersteigung 4.9.1860
Michel-Clément Payot, Jean Tairraz, John Jeremy Cowell, W. Dundas
mehr Infos
GPS-Koordinate 7.267805° ö.L. /45.518583° n.B. (WGS84)  
GPS-Track(s) Gran Paradiso - Skitour vom Rif. Emanuele bis zum Gipfel  
Normalweg(e) Westflanke  
Schwierigkeit L+, II
Ausgangspunkt Rifugio Vittorio Emanuele II (2775 m)
Talort Pont (1960 m)
Führer Gran Paradiso  
Gerd Klotz
 
Karte(n) IGC 101
Gran Paradiso, La Grivola, Cogne
Instituto Geografico Centrale, 1:25000
Beiträge Gran Paradiso Normalweg (Alleingang) (17.07.2008)
Besteigungsbericht

Aufstieg über den Normalweg ab Rif. Vittorio Emanuele, Start um ca. 5:00 Uhr. Optimale Bedingungen, allerdings einiges an Wind, Gipfel nach knapp 4 Stunden erreicht, oben gerade bei den Kletterstellen (II) beim Abstieg viel Gegenverkehr.


Auf dem Madonnengipfel

Beitrag von: Alexander Kühn
13.08.2008
Gran Paradiso - höchster Gipfel des gleichnamigen Nationalparks (22. Juli 2005)
Besteigungsbericht

Der Gran Paradiso (Grand Paradis) in der sowohl italienisch- als auch französischsprachigen Region Aosta ist für zahlreiche Bergsteiger der erste Viertausender, da er sich seiner Ersteigung nur mit geringen Schwierigkeiten entgegenstellt. Das Massiv liegt zudem zur Gänze in Italien und ist damit Italiens höchster Berg und einziger 4000er, der nicht Grenzgipfel ist. Daher gleicht der einfachste Anstiegsweg vom Rifugio Vittorio Emanuele an manchem schönem Sommertag einer Pilgerstrecke und kann auch als Lehrpfad dienen, wie Gletscher hinsichtlich Ausrüstung nicht begangen werden sollten.



Der Gran Paradiso auf dem Zustieg zum Rifugio Chabod (links der Piccolo Paradiso)

Will man den Massen zumindest auf dem großen Teil der Tour ent- und einen interessanteren Gletscher begehen, so ist als Ausgangspunkt das Rifugio Chabod eine gute Wahl. Es liegt ähnlich hoch wie das Rifugio Vittorio Emanuele und die technischen Schwierigkeiten von dort aus sind nicht anders, abgesehen vom eventuellen Überschreiten größerer Spalten auf dem Ghiacciaio di Laveciau.


Im Dachgeschoss des Rifugio Chabod

Das privat geführte Rifugio Chabod wartet mit Doppel- und Dreifachstockbetten in den preiswerten Rängen auf. Die durchgelegenen Matratzen und Roste müssen in der Nacht vor einer Gran-Paradiso-Besteigung nicht lange ertragen werden, denn schließlich sind es am nächsten Tag noch über 1200 Höhenmeter bis zum Gipfel, die es zu überwinden gilt. In der Hütte gibt es ein Bild mit der empfohlenen Route (hier auf der Website reproduziert). Wer nur eine alte Führerauflage vom Gran-Paradiso-Gebiet hat, sollte sich den Weg merken und am Vorabend von der Hütte aus studieren, denn mit den Jahren haben sich die Gletscherverhältnisse geändert und so wird mit Vorteil eine andere Variante gegangen.



Sonnenaufgang beim Anseilen auf dem Ghiacciaio di Laveciau

Am Gipfelmorgen geht es zunächst oberhalb der neuen Hütte (2005 im Bau befindlich) auf einem schmalem Pfad den Hang entlang, welcher in einer Rechtskurve auf flaches Moränengelände leitet. Alsbald wird - immer Trittspuren folgend - eine Mittelmoräne genutzt, um Höhe zu gewinnen. Diese Moräne wird vor einigen Felsen nach rechts verlassen und es geht mit abnehmenden Begehungsspuren auf den flachen Gletscher zu. Mit einsetzendem Tageslicht ist dies der Bereich, in dem sich die Seilschaften formieren und angeseilt sowie mit Steigeisen bewehrt den bergsteigerischen Teil der Tour antreten.



Unterwegs auf dem Ghiacciaio di Laveciau

Der Gletscher wartet mit etlichen Spalten auf, die teilweise S-förmig umgangen und teilweise auf Schneebrücken überschritten werden können. Weiter oben läuft die Route in ein trogförmiges Gletschertal, welches über einen kleinen Sattel verlassen wird. Dort oben werden die ersten Sonnenstrahlen die Bergsteiger-Gesichter erwärmen, denn der Aufstieg erfolgt bis dorthin in einer eisigen Nordflanke.



Ausweg aus der schattigen Eiswelt

Mit den ersten Sonnenstrahlen erreichen einen auch die Heerscharen, die sich vom Rifugio Vittorio Emanuele heraufwinden. Der Weiterweg ist nun wahrscheinlich durch Perlenschnüren gleichenden Seilschaften vorgezeichnet - es sei denn, man gehört zu den schnellsten Anwärtern auf den Gipfel.

Die Landschaft hat sich mittlerweile verändert: Der Blick weitet sich nach Südosten und einige steile Felstürme sind in Erscheinung getreten, die im Gratverlauf bis zum höchsten Punkt führen. Steiler wird auch der Anstieg - zumindest für ein kurzes Stück bevor der Gletscher sich wieder zurücklehnt und letztlich der Bergschrund überschritten wird. Im späteren Sommer kann eine Leiter über den Bergschrund gelegt werden, um dessen Überwindung zu erleichtern.



Der Bergschrund kurz unter dem Gipfel

Schließlich wird am Grat wieder fester Fels betreten und es besteht die Wahl, zum Madonnengipfel oder weiter unter diesem querend bis zum höchsten Punkt weiterzukraxeln. Diese Felspassagen sind teils versichert und erfordern einen sicheren Tritt über tiefen Abgründen. Um den höchsten Punkt des Gran Paradiso zu erreichen, wird die Scharte hinter dem Madonnengipfel angegangen. Dann leichter als es aussieht rechts der Kante auf guten Absätzen hinauf auf den Gipfelfirst und auf diesem leicht und wenig ausgesetzt entlang in 1-2 Minuten zum höchsten Punkt. Dort angekommen nicht davon täuschen lassen, dass der Madonnengipfel einen höhergelegenen Eindruck hinterlässt.



Kraxelei auf dem Weg zum höchsten Punkt

Nach Genuss des Panoramas und vielleicht dem mit Befriedigung verbundenen Gefühl, den Aufstieg auf den ersten Viertausender geschafft zu haben, geht es leider wieder herunter und gut tut sich hervor, wer sich beim Aufstieg die Stelle gemerkt hat, an der es am besten wieder zur Scharte heruntergeht. Wagemutige lassen sich nun nicht davon abhalten, sich persönlich davon zu überzeugen, dass der Madonnengipfel tatsächlich niedriger ist und klettern von dort noch direkt hinauf. Diese Passage ist durchaus schwieriger (III) als die bisherige Kletterei und wer gut aufpasst dabei, stößt sich auch nicht den Kopf oder den Helm an den kurz leicht überhängenden Felsschichtungen. Der Madonnengipfel kann für Genießer aber auch leicht auf dem Normalweg mit Inkaufnahme eines leichten Umweges erreicht werden.

Wieder auf den Gletscher zum Abstieg getreten, geht es doch deutlich schneller hinunter als einige Stunden zuvor hinauf. Die steilen Passagen erfordern nun aber mehr Aufmerksamkeit und verlangsamen das Tempo bevor es wieder zügiger weitergehen kann. Wer zum Rifugio Chabod zurückkehren möchte, sollte dann den Abzweig nach rechts nicht verpassen und sich aus der Kette der Seilschaften ausklinken.

Mittlerweile wird die Sonne den Gletscher gut aufgewärmt haben und Spalten, die am frühen Morgen noch problemlos auf Schneebrücken übergangen werden konnten, verlangen nun mehr Respekt. So ist dann auch der bergsteigerische Teil der Hochtour erst dort zu Ende, wo man auf dem Moränenschutt angekommen nach dem Ablegen von Gurt und Steigeisen eine wohlverdiente Pause machen kann und vielleicht mit berechtigtem Stolz hinaufblickt. Mag der Aufstieg auch anstrengend gewesen sein und manchen Moment des Zweifelns gehabt haben, so werden irgendwann nur die positiven Erinnerungen bleiben und Gedanken an die Tour uns in der Banalität des Alltags helfen.

Beitrag von: Daniel Roth
20.08.2005
Auch ein "Normalweg"! (2004-07-22)
Besteigungsbericht

In aller von mir eingesehenen Literatur wird lediglich der Aufstieg von Pont aus über die Refugio Vittorio Emanuele II beschrieben.
Hier möchte ich einen Tip für eine in meinen Augen viel schönere Variante geben:

Basis ist der ca. 3 km vor Pont liegende Campingplatz Gran Paradiso. Die Stellplätze liegen überwiegend zwischen Bäumen, die Platzleitung ist freundlich, die Grundverständigung in deutsch möglich und der Preis für 3 Personen insgesamt vergleichbar mit Pont (Auto billiger, dafür die Person teurer).

Am Tag des Aufstiegs haben wir nach gemütlichem Frühstück und letzten Vorbereitungen das Zelt in den Wagen gepackt und konnten das Fahrzeug (kostenfrei) bei der Reception stehen lassen.
Alternativ existiert etwas oberhalb auf der Straße am Einstieg des Bergweges ein gut frequentierter Parkplatz, doch war uns der "bewachte" Platz lieber (hierfür hätten wir auch die 2.50 Euro Kfz-Gebühr bezahlt).
Von hier aus geht es über einen abwechslungsreichen Weg hinauf zur privat geführten Refugio F. Chabod (2.750 m).
Übernachtung im Großraum, Abendessen und Frühstück ab 4 Uhr sind für 32 Euro zu haben.

Am nächsten Morgen geht es früh los, über einen Moränenrücken zum Gletscherfeld auf der Nordwestseite des Gran Paradiso hinauf. Anseilen ist erforderlich, denn unterwegs tun sich in paar Gletscherspalten auf. Irgendwo über 3.600 m trifft man auf den "Normalweg" von Pont, der auf unserer Tour bei schönstem Sonnenschein bis zum Gipfel führte.

Bergab haben wir den Weg nach Pont gewählt und die Beschreibungen in der Literatur verstanden. Auf dem Weg zwischen Refugio und Pont schlichen sich die dort beschriebenen Karawanen für den Aufstieg am nächsten Tag den Berg hinauf.

In Pont fährt um 18.05 Uhr ein Bus Richtung Aosta, der uns für 1,10 Euro wieder zum Campingplatz gefahren hat.


Gran Paradiso (Mitte), Blick v. Ref. Chabod; rechts der Gletscheraufstieg

Beitrag von: Franz Dürsch
16.08.2004
Skitour (9.5.1997)
Besteigungsbericht

9.5. Vom Rifugio Vittorio Emanuele, 2730m. Wetter schlecht, Schneefall und Wind, 7.00 zu dritt Aufstieg zum Gran Paradiso. Im Sattel unter der Becca di Moncorvé kurzes Verweilen (Biwaksack), Sturm, bei kurzzeitiger Besserung, Fetzen blauen Himmels, Anstieg mit Steigeisen, ohne Seil, zum Gipfelaufbau. Die letzten Meter Kletterei, liegendes Fixseil, Gipfel 4061m, mit Madonnenstatue. Keine Sicht, Schneesturm. Abstieg und Abfahrt unter schlechten Bedingungen, teils Bruchharsch. Ca. 15.00 von der Hütte, Abfahrt bis fast 2300m, dann Abstieg auf bequemem Weg nach Pont,

Beitrag von: Karsten Müller
09.05.1997
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Bilder
Madonnina (10 September 2008)

Beitrag von: Lorenzo Guerrieri
23.12.2008

The final part of the normal route (10 September 2008)

Beitrag von: Lorenzo Guerrieri
23.12.2008

Coming down from the "Maiden" summit

Beitrag von: Benoit Rousseau
26.06.2008

A crowdy "Maiden" summit

Beitrag von: Benoit Rousseau
26.06.2008

Central summit & eastern summit (Il Roc) from the "Maiden" summit

Beitrag von: Benoit Rousseau
26.06.2008

The north face of Gran Paradiso viewed from Chabod refuge

Beitrag von: Benoit Rousseau
26.06.2008

Bericht von Günther Unterpirker und Wolfgang Pischounig : Wir übernachteten am Refugio Vittorio Emanuelle 2. und waren über die Zustände der Hütte sehr schockiert, da es nur einen spärlich beheizten Raum gab und es in den Zimmern Minusgrade hatte. Wir empfehlen euch einen sehr warmen Schlafsack mitzunehmen!!!!! Momentan ist der Gipfel nur schwer zu erreichen, da auf den letzten 300 Höhenmetern Blankeis herrscht. ACHTUNG: Eisschrauben nicht vergessen!!!! Im Moment herrschen zusätzlich auch noch orkanartige Böhen die das Erreichen des Gipfels nochmals erschweren. Von Pont bis zur Hütte liegt derzeit sehr wenig Schnee, daher wählten wir für die Abfahrt die Route über den Bca. di Monciair. Die Abfahrt ist schitechnisch anspruchsvoll, deshalb sollte man sich vorher gut darüber informieren. Gruß Günther und Wolfi!!!!

Beitrag von: Guenther Unterpirker
05.04.2008

Final ridge of Gran Paradiso

Beitrag von: Davide Forni
09.03.2006

Alpine history: Glacier of Laveciau as it looked in 1992

Beitrag von: Flavio Melindo
30.08.2005

Verdeutlichung des neuen Weges über den Ghiacciaio di Laveciau vom Rifugio Chabod ausgehend (beschrieben z.B. ab der 6. Auflage des Gebietsführers Gran Paradiso von Gerd Klotz). Der alte Weg verlief zunächst weiter in Richtung Piccolo Paradiso.
(Quelle: Rifugio F. Chabod)


Beitrag von: Daniel Roth
09.08.2005

www.nonniundlenkmanauftour.de

Beitrag von: Philip Lenk
30.03.2005

Gran Paradiso from Felikjoch

Beitrag von: Vladimir Benadik
04.08.2004
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