Viertausender der Alpen

The Fourthousanders of the Alps
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  Mont Blanc (4807 m)  
  Montblanc Massif  
Photo © 4000er.de
First Climbed 8.8.1786  
GPS-Coordinate 6.86455° ö.L. /45.8325° n.B. (WGS84) more details
Standard Route(s) Bosses ridge  
Difficulty PD
Starting Point Aiguille du Goûter Hut (3817 m)
Les Houches (1000 m)
Route from the Col du Midi
Difficulty WS, 45°
Starting Point Cosmiques Hut (3613 m)
Chamonix (1030 m)
Other Route(s) Brouillard ridge  
Difficulty D-, IV
Starting Point Eccles Bivaouc Hut (3850 m)
Entrèves (1306 m)
Peuterey ridge
Difficulty D, IV, 55°
Starting Point Monzino Hut (2590 m)
Entrèves (1306 m)
Guide Book(s) Mont-Blanc-Gruppe  
Hartmut Eberlein

Mont Blanc Massif (Vol.I)  
Lindsay Griffin
 
Map(s) IGN 3630 OT
Chamonix
Institut Géographique National, 1:25000
User comments Mont Blanc (17.04.2010)
ascent description

Mit der Aiguille di Middi hinauf zur Mittelstation und weiters zur Rif. Grands Mulets (3057m).

Traum Wetter aber starker Wind (60km/h) und 20 Grad Minus = 36.5 Grad Minus. Dadurch 300m unterhalb vom Gipfel umgekehrt!


Aufstieg zur Rif. Grands Mulets 3057m






Starker Wind auf dem Bossesgrat

provided by: Karl-Heinz Martin
2010/04/19
Mont Blanc Normalaufstieg Verhältnisse (4.7.2008)
ascent description

Beste Bedingungen auf dem Bossesgrat.
Firngrat mit sehr guter Spur.
alpinschule bergaufbergab


Bossesgrat

provided by: Edi Kumaropulos
2008/07/05
Große Mt. Blanc- Überschreitung (1979)
ascent description

Mir war klar, diese gewaltige Mt. Blanc Überschreitung braucht konditionsstarke Leute. Mit meinem Sportfreund Walter aus unserer gemeinsamen Leichtathletikzeit bei Bayer Krefeld- Uerdingen fuhren wir nach Chamonix.


Blick vom Tacul zur Aig. du Midi mit der rassigen Südwand und dem Cosmiquespfeiler

Zum Übernachten fuhren wir mit der Seilbahn zur Aig. du Midi hoch. Hier wollten wir in der alten Cosmiqueshütte im Vallee Blanc übernachten. Aber die Hütte war voll belegt.


In der steilen Eisrinne zum Maudit

Am nächsten Tag probierten wir es wieder und wir konnten anderen Tags um 2 Uhr in der Nacht unseren Aufstieg beginnen. Am Fuß des Tacul war eine kurze steile Eispassage zu überwinden. Ohne Schwierigkeiten kamen wir zum Maudit. In der Eisrinne zur Schulter des Maudit hatte mein Partner gefühllose Finger bekommen. Bei großen Westalpentouren habe ich immer ein Paar Daunenhandschuhe in Reserve im Rucksack. Möglicherweise retteten diese Handschuhe die Finger meines Freundes vor dem Erfrieren.


Teepause im Col de la Brenva

Die Sonne war mittlerweile auch schon da. Im Col d la Brenva legten wir eine Pause ein und kochten uns eine Suppe. So gestärkt war der letzte Anstieg zum Mt. Blanc aber doch noch eine Schinderei. Am Gipfel war alles vergessen, wir umarmten uns überglücklich.
Am selben Tag stiegen wir bis Les Houches ab und fuhren mit einem Taxi zu unserem Auto nach Chamonix



Blick vom Maudid zum Mt. Blanc mit dem Col de la Brenva

Mt. Blanc Besteigung 1991 mit meinem 13 jährigen Enkel.
Ab seinem 6ten Lebensjahr war mein Enkel Marcel mit mir in den Bergen unterwegs. Anfangs waren es 2000er, später 3000er und mit 12 Jahren bestiegen wir seinen ersten 4000er, es war das Breithorn bei Zermatt.
Ein Jahr danach war der Wunsch von Marcel den Mt. Blanc zu besteigen.
Zur Vorbereitung unternahmen wir die Piz Palü- Überschreitung von der Diavolezza über den Piz Palü, Abstieg über den Fortezagrat.
In Les Houches (Chamonix) angekommen fuhren wir mit der Seilbahn zum Hotel Beleveu, weiter mit der Zahnradbahn. Unser Ausgangspunkt war die Gouter Hütte auf 3817m. Morgens reihten wir uns in die Lichterkette zum Gipfel ein.
Ich wollte meinem Enkel immer etwas mit geben für sein späteres Leben. Aber dann kam die Freundin und der Opa war außen vor. Heute weis ich, es war mein liebster Seilgefährte.




Mein 13 jähriger Enkel Marcel bei meiner 6ten Mt. Blanc- Besteigung

provided by: Rudi Christ
2007/02/16
Projekt 4808 (20.09.2006)
ascent description

Am Sonntag, den 17.09.2006 fuhr ich zu Frank nach Chamonix. Frank ist ein guter Freund von mir, den ich mal beim Wandern kennen gelernt habe und ein sehr guter Bergsteiger mit 8000er Erfahrung. Er sagte mal zu mir, ob ich nicht Lust hätte mit ihm den Mont Blanc hochzugehen. Ich dachte mir, wieso nicht, denn ich wollte schon immer mal einen richtigen Berg besteigen. Die ganze Aktion war eigentlich nicht lange geplant, sondern wurde eher spontan entschieden. Während der ganzen Fahrt von Zürich nach Chamonix hat aus Kübeln geschüttet und ich hatte schon meine Bedenken, ob es richtig ist einfach den Mont Blanc ohne Bergerfahrung zu besteigen. Meine Zugspitzbesteigung und ein paar Hügel in den Bayerischen Voralpen waren vielleicht nicht die ideale Basis für dieses Projekt. Körperlich war ich auch nicht gerade fit. Keine Ahnung warum, aber ich hatte solche Kopfschmerzen und ich war alles andere als zuversichtlich. Am Sonntag Nachmittag in Chamonix war dann sehr schlechtes Wetter. Franks Wohnung war nicht gerade komfortabel. Da es die ganze Zeit geregnet hat, sassen wir nur rum. Frank, seine Freundin und ich auf ca. 12qm! Diese Enge nagte schon an meinen Nerven, aber ich dachte mir ein Basislager im Himalaya ist ja auch kein Luxushotel.


Tolle Aussichten!

Laut Wettervorhersage sollte es am Montag schöner werden, aber es regnete genauso wie am Sonntag! Wir beschlossen das Projekt um einen Tag zu verschieben und gingen stattdessen Nachmittags zum Eisklettern. Abends hat es dann endlich aufgerissen und wir wurden zuversichtlicher, was die Besteigung des Mont Blanc anging.


Zeitvertreiben

Dienstagmorgen war der Himmel strahlend blau und ich fühlte mich auch besser, keine Kopfschmerzen mehr.
Es war sofort alles klar, Projekt 4808 wurde gestartet. Wir besorgten essen, Ausrüstung und sind um 15 Uhr von Les Houches, Nähe Chamonix auf der Normalroute aufgestiegen. Die Planung für den Aufstieg machte Frank und ich hab mich auch voll und ganz auf Ihn verlassen können.



Traumwetter!!



Startklar

Der Aufstieg war sehr leicht und es hat auch superviel Spaß gemacht. Nach ca. 3h erreichten wir eine einfache Hütte auf ca. 2800m. Frank hatte geplant, dass wir hier übernachten. Er erzählte mir zwar erst später, dass er nicht damit gerechnet hat, dass die Hütte offen ist, aber mit sowas hab ich auch gerechnet. Die Hütte war jedoch ideal, weil sonst niemand außer uns beiden dort sein Lager aufschlug.


Da oben wollen wir hin

Wir packten unsere Sachen für den nächsten Tag und kochten Reis mit Tomatensuppe. Nachdem wir mit allem fertig waren hielten wir uns draussen vor der Hütte auf. Der Sonnenuntergang war einmalig. So einen schönen Sonnenuntergang hab ich noch nie gesehen. Ich stand am Berg, die Wolken hingen im Tal, die Sonne am Horizont und die Berge glühten rot. Nur noch von dort oben wegfliegen wäre schöner gewesen.


Sonnenuntergang



Frank und Ich



Ich

Wir haben uns dann kurz hingelegt, schlafen konnte ich nicht wirklich, ich war viel zu nervös. Um 3:30 Uhr weckte uns „A beautiful day“ von U2 aus dem Handy. Ob es wirklich ein wundervoller Tag werden würde stand ja zu diesem Zeitpunkt noch nicht fest, aber ich freute mich auf das was auf uns zukommen würde. Ich war sofort hell wach. Frank kochte Tee. Wir hatte ein kleines Frühstück und dann gings los. Der Sternenhimmel war total faszinierend. Wegen der klaren Nacht, der Dunkelheit und der Höhe waren die Sterne auch sehr gut zu erkennen. Es war stockfinster und wir mussten die 450m hohe Felsflanke hinauf zur Goûter Hütte auf 3817m durchklettern. Ganz wohl war mir da nicht weil nicht zu erkennen war wie weit es da wirklich runterging! Ich dachte mir nur, wie sollen wir da je wieder runterklettern.


Frank

Wir erreichten die Goûter Hütte, von der normalerweise Gipfelbesteigungen gestartet werden um 6:30 Uhr. Unser Tempo war recht flott, knapp 3h für die 1000 Höhenmeter zur Hütte. Ich weiß nicht, wieviele Bergsteiger dort übernachteten, aber dem Gestank nach zu urteilen waren es viele und ich war so froh, dass wir dort nicht schliefen! Wir machten kurz Pause, tranken Tee und sind dann im Sonnenaufgang Richtung Gipfel maschiert. Ab dieser Höhe war nur noch Schnee, kein Fels mehr und es wurde technisch einfacher, aber die dünne Luft machte sich da schon bemerkbar.



Erst konnte ich nur den Umriss der schroffen Berge erkennen und dahinter ging die Sonne auf. Das war echt atemberaubend. Es war so still. Das einzige was ich hörte war mein Atem, der immer rauer wurde.





Sonnenaufgang

Ab 4400m konnte ich zum ersten Mal den Gipfel sehen und eine Menge Bergsteiger kamen auf unserer Route herunter. Wir waren die letzten Richtung Gipfel, weil wir ja von weiter unten los sind. Mir ging es dann auf einmal ziemlich schlecht und ich war total entkräftet. Wir setzten uns hin, ich blickte auf den noch so weit entfernten Gipfel und dachte wirklich ich komme nicht mehr weiter. Mir war schlecht, schwindelig und ich konnte mir nicht vorstellen noch einen Schritt weiter zu gehen. Vor allem, weil das Ziel ja nicht nur der Mont Blanc war sondern wir ja noch bis ganz runter mussten. Ich war nicht guter Dinge. Was mir am meisten sorgen machte war, dass ich nicht wusste, wie sehr ich an meine Grenzen gehen soll, weil was passiert, wenn ich nicht mehr kann? Frank hat mich dann schon sehr aufgemuntert und wir krochen dann mehr oder weniger Richtung Gipfel. Ich war am absoluten Tiefpunkt angelangt und der Gipfel war noch so weit entfernt. Ich dachte nicht, dass diese Tour einem Ironman so zu schaffen machen könnte. Ehrlich gesagt hab ich dass schon ein wenig unterschätzt, aber eisern raffte ich mich wieder auf und wir gingen weiter. Seit dem Frühstück hatte ich auch nichts mehr gegessen und hab deshalb einige Energieriegel und Gels verdrückt. Wegen der dünnen Luft hatte ich überhaupt keinen Appetit aber ich wußte, dass ich jetzt was essen muss. Die Riegel bauten mich wieder einigermaßen auf. Ich sagte zu Frank, dass wir langsamer gehen sollten. Er sagte, dass er diese Worte schon immer mal von mir hören wollte! (Mittlerweile bereue ich, dass ich das gesagt habe) Das war ich nicht gewohnt, wie man so sich so langsam fortbewegen kann, aber das war halt richtiges Bergsteigen, das ist halt so. Der Weg wurde im steiler und wir waren so langsam, es war aber auch so anstrengend. Mir kam es so vor, als würden wir uns auf der Stelle bewegen, aber mein Puls rasste. 10 Schritte gehen, 10 Sekunden Pause…. Ich dachte nur, wenn wir in den Tempo, bei den Schmerzen weiterlaufen, komme wir nie rauf. Aufgeben wollte ich dann aber doch nicht. Von dem Zeitpunkt waren es noch ca. 1.5h bis 2h und irgendwie kamen wir dann doch weiter hoch, auch wenn es mir nicht so vorkam.


Es ist noch so weit!



Es geht steil nach oben



Eiswand



die letzten Meter



Nein, Frank zieht mich nicht hoch!!!

Frank lies mir auf den letzten Metern den Vortritt. Das wusste ich wirklich zu schätzen. Frank verhielt sich während der ganzen Tour sehr kameradschaftlich und hat sich wirklich sehr gut um mich gekümmert. Es wurde flacher, den Gipfel selbst konnte ich erst kurz vorher sehen. 6 Bergsteiger standen oben. Ich konnte es nicht glauben, es ging nicht mehr weiter hoch, wir waren oben. So lange gequält und ich stand auf dem Mont Blanc. Das war so emotional, dass mir Tränen in den Augen standen. Das hätte mich fast umgehauen. Um 10:44 waren wir auf dem Mont Blanc. Ich war wirklich froh, dass ich mich noch durchgebissen habe. Es war ein tolles, unbeschreibliches Gefühl nach so langer Anstrengung und Verzweiflung den Gipfel zu erreichen. Ich war so glücklich. Die Schmerzen waren weg, ich war erleichtert, machte mir aber auch wegen des langen Abstiegs Sorgen. Wir gratulierten uns, machten Fotos und genossen den Augenblick.


10:44 Uhr



Ja, ich bin schon stolz

Nichts was wir am Horizont sahen war höher als wir. 4808m, Top of the Alps! Ich konnte sogar das Matterhorn erkennen und mir kam so vor, als könnte ich um die halbe Welt blicken. Nach ca. 20min machten wir uns dann auf dem Weg nach unten. Wir sind ziemlich schnell runter, auch viel gelaufen und einige Bergsteiger, die wir beim raufgehen getroffen haben, haben wir überholt. Mittags wurde es immer wärmer und ich fühlte mich dann auch immer besser. Auch die Kletterpassage unterhalb der Goûter Hütte ging ohne Probleme. Keine Ahnung, warum, vielleicht, weil ich beim runtergehen schon 4000er Erfahrung hatte. Vom Gipfel nach Les Houches haben wir dann 6h gebraucht.


Nichts ist höher

Ja, das war schon ein tolles Erlebnis. Ich hätte mir es schon ein wenig leichter vorgestellt. Am Berg hilft es einem nichts, wenn man unten im Flachland schnell Velofahren oder Laufen kann! Das war eine echt tolle Erfahrung und ich bin schon ein wenig stolz auf mich. Vor allem, weil ich mich doch irgendwie raufgeschunden habe. Ich habe mittlerweile schon viele verrückte Sachen gemacht, aber der grosse Unterschied hier war, dass man nicht aufgeben kann. Bei einem Ironman oder in anderen Wettkämpfen kann man aufgeben. Hoch, weit oben am Berg geht das nicht, da muss man weiter. Ich hoffe, dass ich in weiteren Grenzsituationen oder Wettkämpfen an dieses Erlebebnis zurrückdenken kann und es mir dann Kraft gibt um weiterzumachen. Wenn der Körper an seine Grenzen kommt, kann man mit Willenskraft und Ehrgeiz über seine Grenzen gehen. Nicht der Körper zeigt die Grenzen, sondern die mentale Einstellung gibt die Kraft um weiterzumachen.

20.09.2006 A beautiful day!



Mont Blanc 4808

provided by: Christian Kleiner
2007/01/21
Mont Blanc von Ref. du Goûter 31.8/1.9. (1.9.2006)
ascent description

Bei schönem Wetter und einer angekündigten Zwischenhochlage mit in den Tagen zuvor gefallenen ca. 50cm Neuschnee starten wir in St. Gervais/Le Fayet mit der Zahnradbahn zum Nid d'Aigle 2.372m. Von dort erreichten wir in 2 h das Ref. Tête Rousse auf 3.167m. Von dort erblickten wir das gefürchtete Grand Couloir, dessen Querung die Schlüsselstelle im Aufstieg zum Ref. du Goûter darstellen soll. Die ganze ca. 450m hohe Felsflanke hinauf zur Goûter Hütte war mit Neuschnee bedeckt. An der berüchtigten Couloir Querung ist nun ein durchgehendes Drahtseil angebracht, das allerdings durch die konkave Couloir Struktur bedingt, teilweise (Couloir Mitte) ca. 3m weg von der Flanke in der Luft hängt. Das Drahtseil kann sehr gut von Seilschaften verwendet werden, indem z.B. bei Zweierseilschaften mit einem Seilabstand von ca. 8m angeseilt wird und entweder mittels Express Set oder nur mit einem Karabiner am laufenden Seil in das Drahtseil eingehängt wird. Dies bietet genügend Spielraum für Ausweichmanöver gegen die dort ziemlich permanent herabfliegenden Steine und, wie in unserem Falle, kleinere Schneerutsche. Natürlich Helmpflicht! In maximal 5min ist das Couloir so relativ sicher gequert. Auf der anderen Seite geht es steil im schneedurchsetzten Felsgelände aufwärts, die Route ist teilw. mit roten Punkten markiert und kaum zu verfehlen, gleich hinter dem Couloir und insbesondere weiter oben sind an verschiedenen längeren Stellen zusammen mindestens ca. 100m Drahtseil angebracht, was ein durchaus komfortables Sichern ermöglicht. Wir haben das Gelände dort als nicht so brüchig empfunden, wie es oft beschrieben wird. Die Felsschwierigkeiten übersteigen II- nie! Nach 2:45 h von der Tête Rousse aus gerechnet, erreichen wir die Ref. du Goûter auf 3.817m. Genächtigt wird, mangels Reservation, im Gastraum am Tisch! (Anmerkung: Bereits Ende April versuchten wir dort erfolglos zu reservieren!).


Die Felsflanke hinauf zur Ref. du Goûter 3.817m



Die Querung des Grand Couloir auf ca. 3.350m



Markus im oberen Teil des Aufstiegs zur Ref. du Goûter



Das Ref. du Goûter CAF auf 3.817m

Wir brachen anderntags kurz vor 3:00 Uhr auf und erreichten den Gipfel bei bestem Wetter und nur mäßigem Wind um kurz nach 7:00 Uhr, Temperatur ca. -10°C. Erwähnenswert sind der kurze max. 40° steile Schneehang hinauf zu den Les Bosses auf ca. 4.500m und die Begegnungsmanöver mit anderen Seilschaften, die in umgekehrter Richtung unterwegs sind auf den in Gipfelnähe doch recht schmalen Schneegraten. Der Abstieg zur Goûter Hütte dauerte ca. 2,5 h und auch die Felsflanke und der weitere Abstieg hinunter zur Bahnstation Nid d'Aigle, die wir ca. 15:00 Uhr erreichten bereitete uns trotz der noch vorhandenen Neuschneebedeckung keine größeren Probleme. Zusammenfassend: Eine sehr schöne eindrückliche Tour in großartiger hochalpiner Landschaft!


Blick vom Mont Blanc 4.807m Richtung Osten - Grandes Jorasses und Wallis



Markus - ganz oben!



Mein Seilkamerad - Peter



Der Gipfelgrat mit der imposanten Schattenbildung des Berges gegen Westen

provided by: Markus Beck
2006/10/02
Mont Blanc über Aiguille de Bionnassay (21.-22. Juli 2006)
ascent description

Ist das Matterhorn optisch sicher einer der bekanntesten Berge überhaupt, so ist der Mont Blanc dies dem Namen nach: Schon in der Grundschule lernen die Kinder, welcher der höchste Berg Europas bzw. Westeuropas ist. Berichtet man Bekannten von seinem Tun während der Sommermonate, so wird einem häufig die Frage gestellt, ob man denn schon auf dem Mont Blanc gewesen sei. So fühlen sich manche Bergsteiger und auch solche, die diese Bezeichnung nicht verdienen, genötigt, auf diesen verhältnismäßig leichten, aber nun einmal höchsten Berg der Alpen zu steigen, um diese Frage positiv beantworten zu können. Kein Wunder also, dass tagtäglich bei gutem Wetter in den Morgenstunden von der Gipfelstation der Seilbahn auf die Aiguille di Midi zahllose schwarze Punkte am Weißen Berg auszumachen sind.


Bergsteiger am Gipfel und am Bossesgrat sind als kleine schwarze Punkte auszumachen (Ausblick von der Aiguille du Midi)

Immer schon abgeschreckt von den Berichten über den steinschlaggefährdeten Zustieg zur Goûter-Hütte und den stets überfüllten Hütten auf den Normalwegen, suchen Markus und ich uns einen etwas alpineren Zustieg aus, der zugleich den Vorteil hat, einen schönen Nebengipfel des Mont Blanc überschreiten zu können nämlich die Aiguille de Bionnassay. Das an ihrem Fuß liegende Refuge Durier ist dabei kein leicht zu erreichender Ort. Wir beschließen den landschaftlich sicher reizvollen Zustieg über die Gipfel der Dômes de Miage und wägen den Zeitaufwand für die gesamte Tour ab. So kommen wir zu dem Entschluss, von Contamines ausgehend in einer Tagestour zum Fuß der Aiguille de Bionnassay zu steigen.


Morgenstimmung vor dem Glacier de Trélatête auf dem Weg zum Refuge des Conscrits

Wir starten um vier in der Früh vom Parkplatz und laufen in dieser eher an die Voralpen erinnernde Landschaft Richtung Hotel de Trélatête, das wir kurz vor Sonnenaufgang erreichen. Nun zweigt der Weg in das Tal des Glacier de Trélatête Richtung Refuge des Conscrits ab. Ein eisiger Wind schlägt uns entgegen. Ich bemerke, dass ich den Zustieg zur Conscrits auf die leichte Schulter genommen habe und gar nicht weiß, was uns erwartet. Tatsächlich endet der Wanderweg und es geht auf den aperen Gletcher wie ich im Führer noch schnell nachlese. Vor einem Gletscherbruch soll es dann auf einem Steig aufwärts zur Hütte gehen - eine blaue Markierung wäre am Fels angebracht. Immer wieder halte ich danach Ausschau und finde nichts. Mittlerweile haben wir uns geistig darauf eingestellt, dass es auf dem Gletscher weitergeht, denn vor uns ist eine Gruppe unterwegs, deren Silhouette wir aus der Ferne entdeckt hatten. An einer schönen Stelle, wo ein großer Felsbrocken von Gletschereis umgeben ist, schauen wir uns kurz um. Markus entdeckt Leitern an der steilen Flanke des Tals hundert Meter zurückliegend. Ich argumentiere, dass dies wohl der Hüttenzustieg sein muss. Von Leitern hatten wir jedoch nicht im Führer gelesen. Tatsächlich findet sich auch eine blaue Markierung im Fels, aber viel weiter oben als erwartet. Hat der Gletscher wirklich so viel an Mächtigkeit verloren, dass diese Leitern notwendig geworden sind? Es ist erschreckend.


Die Leitern auf dem Steig zum Refuge des Conscrits sind auf diesem Foto auszumachen

An den Leitern angekommen, kommt uns eine hübsche junge Französin entgegen, die uns nicht ohne Stolz erklärt, dass sie auf der Hütte arbeite, nun aber Wochenende habe und am Montag wiederkomme. Ich sage ihr, dass wir dann leider nicht mehr da sein werden. Es dauert einen Moment, bis sie sich mein Deutsch in ihre Muttersprache übersetzt und versteht, worauf sie etwas verlegen kichert.


Das moderne Refuge des Conscrits

Die Leitern sind schnell aufgestiegen und auch die Conscrits-Hütte erreichen wir bald. Schade eigentlich - die Hütte sieht toll aus und auch die Landschaft ist wunderschön hier. Wir müssen nach einer ausgiebigen Frühstückspause aber weiter und stapfen weglos über Schneefelder und gletschergeschliffene Platten hinauf zur Aiguille de Bérangère. Auf dem Weg meine ich den Mont Blanc zu erspähen, nur um einige Zeit später festzustellen, dass sich noch ein viel höherer und majestätischerer Berg dahinter befindet!


Westgipfel der Dômes de Miage von der Aiguille de Bérangère - im Hintergrund der Mont Blanc

Auf dem Gipfel der Bérangère öffnet sich der Blick auf den Westgipfel der Dômes de Miage. Das Ambiente wird immer hochalpiner. Wolkenfetzen umwabern uns beim weiteren Aufstieg zum ersten Gipfel der Dômes. Etwas Unsicherheit kommt bei mir auf beim Blick auf die Uhr, als uns zwei entgegenkommende Bergsteiger berichten, sie hätten von unserem Tagesziel, dem Refuge Durier, bis hier sechs Stunden benötigt. Die weiteren Grate auf den Dômes sind oft schmal, steil und vereist. Wir kommen aber gut vorwärts. Ein tolles und ziemlich einsames Erlebnis! Leider haben aber die warmen Sommer der letzten Jahre die Schönheit dieser Gratüberschreitung bereits stark geschmälert. Am Ostgipfel rasten wir nochmals, bedauern die schmelzende Flanke am gegenüberliegenden Tête Carrée und denken, dass es nicht mehr weit zum Refuge sein wird. Die folgende Kletterei ist zunächst unterhaltsam, langweilt bis ermüdet uns im Abstieg jedoch immer mehr, da es sehr schuttig wird. Ziemlich zum Schluss finden wir anscheinend nicht mehr den optimalen Weg und kommen an eine Abseilstelle. Sehr verärgert hantieren wir mit dem 60-m-Seil, das wir bisher nicht benötigt haben, um jetzt noch 10 lästige Meter abzuseilen. Unten angekommen grollt auch schon der erste Donnerschlag in der Ferne. Ein paar Tropfen fallen und wir stolpern bei aufkommendem Wind weiter Richtung Hütte, wo wir ein paar Gestalten aus der Ferne gesehen haben. Am späteren Nachmittag aber noch rechtzeitig vor dem Abendessen treffen wir ein. Ein ziemlich cooler Hüttenwirt mit fein säuberlich ziseliertem Bart erwartet uns in der Hütte mit der Frage, wo wir am Morgen aufgebrochen seien. Wir sagen ihm, dass wir von der Straße, von Contamines aus losgegangen sind. In seinen feinen Gesichtszügen ist eine leichte Anerkennung auszumachen und ein paar der um ihn herumsitzenden Hüttengäste schauen etwas verdutzt. Immerhin, wir haben an diesem Tag incl. Gegenanstiegen ja auch fast 3000 Höhenmeter gemacht.


Die Überschreitung der Dômes de Miage ist eine lange und einsame Grattour mit eindrücklichen Ausblicken (Foto von Markus Tillmanns)

Die Hütte ist der Hammer - gerademal 17 Plätze gibt es hier auf dreietagigen Lagern. In der Mitte ein Tisch für sechs bis sieben Personen. Ziemlich gut gefüllt ist die Hütte. Na ja, wir befinden uns auch am Fuße keines geringeren als dem des Mont Blanc. In zwei Schichten wird gegessen und der Hüttenwirt hat hier für uns ein wirklich gutes Drei-Gänge-Menü mit Panna Cotta als Nachspeise gezaubert während draußen ein kleines Abendgewitter stattfindet.


Vergnügte Stimmung im Refuge Durier

In der späteren Nacht brechen wir dann gespannt auf zum Gipfel der Aiguille de Bionnassay. Der Himmel ist klar und die Luft halbwegs kalt. Im Licht der Stirnlampen finden wir den Weg gut hinauf zum Felsgrat. Auf einem steileren Firnhang sehen wir dabei eine Gruppe recht schnell zu uns aufstoßen. Als wir in die Felsen kommen, haben sie uns eingeholt und drängen etwas. Wir beschließen, sie vorbeizulassen - es sind Franzosen. Im Glauben, es müsste sich um Profis handeln, verlasse ich mich ein paar Meter darauf, ihnen auf dem Grat zu folgen. Doch wer so schnell geht, verliert anscheinend den Blick für das Wesentliche. Denn sie stehen bald darauf in einer Sackgasse - zumindest für ihre klettertechnische Gewandtheit. Markus sieht den besseren Weg und wir sind wieder vorne. An der Stelle, wo die meisten mit dem Sichern beginnen, holen sie uns wieder ein, überholen direkt die sich fertig machende Seilschaft vor uns, und stehen ungünstig und an einem unnötig schweren Einstieg. Wir fühlen uns sicher genug für das Gelände, um ungesichert weiterzugehen und von diesem Trubel Abstand zu gewinnen, was uns dann auch bald gelingt. Bis auf einen sehr schnell agierenden Bergführer, der trotz Nachsicherns seines Gastes unser Tempo der gleichzeitig Kletternden mithält, haben wir nun unsere Ruhe und genießen die Kletterei. So manche Stelle verlangt dabei sogar Überlegen und Umsortieren der Füße, um mit größtmöglicher Sicherheit unterwegs zu bleiben. Langsam beginnt die Dämmerung - das Tiefschwarz der Nacht hat sich in ein nuancenreiches Dunkelblau verwandelt - nur die hellsten Sterne sind noch zu sehen. Am Fuß des Firnhangs unter dem Gipfel können wir bereits die Stirnlampen wegpacken und steigen auf den Steigeisenzacken über die imaginäre 4000-m-Grenze. Die Spur dreht letztendlich auf den schmalen Gipfelgrat der Aiguille de Bionnassay ein und wir glauben es kaum, schon den ersten Höhepunkt erreicht zu haben. Ein wahrhaft spektakulärer First, auf dem wir hier langlaufen können. Nach Westen fällt nun weit in das Flachland der Schatten des Mont-Blanc-Massivs, denn die Sonne hat gerade den Horizont überschritten. Eine tolle Atmosphäre dürfen wir in diesen Momenten erleben!


Sonnenaufgang auf der Aiguille de Bionnassay (Foto von Markus Tillmanns)

Scharf geht der Grat weiter und verläuft bald leicht absteigend, um dann wieder Richtung Piton des Italiens anzusteigen. Danach flacht alles ab und die Spur läuft zum Dôme du Goûter bzw. um ihn herum. Auf dem Sattel stärken wir uns kurz und finden uns nach diesem eher exklusiven Auftakt auf der Autobahn Richtung Mont-Blanc-Gipfel wieder. Bereits zahlreiche Leute kommen vom Gipfel herunter. Viele geführte Seilschaften, bei denen die Gäste am kurzen Seil gehen, sind darunter. Wir beschließen für den Bossesgrat weiter ohne Seil zu gehen und die Teleskopstöcke als Aufstiegshilfe zu nutzen. Damit sind wir auch ziemlich zügig unterwegs. Weiter oben haben wir wieder eine Franzosen-Gruppe vor uns, die sich im Stop-and-Go-Schnelllauf übt: 5 Minuten rasen, dann rasten und so fort. Wir kommen hinter ihnen zum Stehen, als einer von ihnen etwas im Rucksack kramt. Markus nutzt die berechtigte Gelegenheit vorbeizugehen, was einen aus der Gruppe anscheinend etwas fuchst und uns dieser plötzlich erklärt, sie warteten wegen der entgegenkommenden Leute. Schön, wie man sich die Welt zurechtlegen kann - am Mont Blanc sind also auch nur Menschen unterwegs. Anschließend versuchen die sich wohl ein wenig gedemütigt fühlenden Herren an unseren Fersen zu bleiben, aber nach dem Rasen kommt nunmal wieder das Rasten...


Pittoreske Gletscherstrukturen am Bossesgrat

Die letzten Meter zum Gipfel werden immer flacher, der Blick weitet sich und anscheinend bleibt alles Irdische - zumindest jedoch alles Westeuropäische - unter uns! Die Aussicht ist tatsächlich unvergleichlich - fast findet man sich zu hoch, um die umliegenden Berge noch zu würdigen - wir stehen auf dem Monarchen! Wünschen uns Berg heil! Was ein Tag! Der geräumige Gipfel lässt kaum bemerken, dass doch sicher an die zwei Dutzend Bergsteiger hier den Gipfelerfolg feiern, sich umarmen, fotografieren, essen, trinken und fröhlich quatschen.


Auf dem Gipfel des Mont Blanc (links unten die Aiguille du Midi)

Der Abstieg vom Gipfel, den wir nun natürlich angeseilt durchführen, gestaltet sich zunächst als einfaches Herunterstapfen im weicher gewordenen Schnee der Nordflanke. Die Midi-Station ist dabei genau im Blickfeld und es sieht aus, als sollte es nicht lange dauern, sie zu erreichen. Doch bald entdeckt man dabei, dass einige zunächst unsichtbare Gegenanstiege tatsächlich die Realität ausmachen. Ich glaube, wir haben bereits etliche hundert Höhenmeter hinter uns gebracht, als uns eine etwas seltsame Zweierseilschaft entgegenkommt. Zunächst bringen wir den beiden leichte Bewunderung entgegen, denn sie gehen erstaunlich schnell zu doch schon späterer Stunde bergwärts. Allerdings dies immer nur für wenige Dutzend Meter. Die zweite Person muss dann stehenbleiben und hechelt wie ein Hund, abgestützt auf einem Eispickel. Dieser Seilzweite macht einen geradezu erbärmlichen Eindruck - ich nenne ihn für mich selber in diesem Moment tatsächlich den "Hund" - muss ich hier zugeben. Diese kostenlose Show schaue ich mir eine Minute an. Während also der Hund wieder zu Atem kommt, schimpft sein Herrchen auf ihn ein, es sei seine Idee gewesen mit der Überschreitung und er würde ihn gleich auf den Rücken nehmen, wenn es nicht bald schneller ginge. Das Geschimpfe findet nicht statt, ohne den Hund am Seil zu zerren, worauf hin dieser wieder gehetzt einige Meter nach vorne stolpert, um sogleich wieder hechelnd und kommentarlos auf die Reduzierung seines Herzschlages zu warten. Nur zu gern hätte ich gewusst, ob die beiden Kandidaten an diesem Tag noch sicher den Gipfel und eine Hütte erreicht haben. Mit dem leiser werdenden Geschimpfe im Ohr beeile ich mich dann, Markus das Weitergehen zu ermöglichen.


Gegenanstieg über Bergschrund beim Abstieg vom Gipfel

Da wir dann doch beginnen, die gesamte Länge des Abstiegs zu begreifen, verzichten wir auf Mont Maudit und Mont Blanc du Tacul zugunsten der Option, am selben Tag noch mit der Seilbahn nach Chamonix zu schweben. An der Schulter des Mont Maudit sind wir etwas überrascht davon, wie steil es dahinter abwärts geht. Tatsächlich leitet ein Fixseil hinunter und einige Leute hampeln daran herab. Schließlich kommen auch wir zum Zuge. Ich unterschätze die Steilheit etwas und anstatt einfach das ATC einzuklinken, begnüge ich mich mit einem Kurzprusik am Fixseil, was sich leider als etwas uneffektiv erweist, denn weiter unten wird das Steilstück für ein paar kurze Meter fast senkrecht. Ich rufe Markus zu, einfach abzuseilen, was dann auch flotter von der Hand geht.


Abseilstelle an der Schulter des Mont Maudit

Danach geht es weiter noch recht steil hinab. Ich bewundere (wirklich?) die Gelassenheit mit der zwei junge Österreicher vor uns ohne Seil über den nicht spaltenlosen Gletscher weitersprinten. Sicher gute Bergsteiger, aber ein Spaltensturz ist hier bedeutend wahrscheinlicher als Sechs Richtige im Lotto... Beim nochmals steilen Abstieg auf der Taculflanke erreichen wir eine Gruppe junger Deutscher. Der Hintermann sieht uns herankommen und fragt "Passare?" Wir nehmen das als Kompliment und bedanken uns auf Deutsch. Sie beäugen etwas unsere Knoten im Seil. Markus wird noch gefragt, ob wir Funkgeräte dabei hätten - eine Anspielung auf den großen Abstand, den wir am Seil haben. Irgendwo ärgert mich diese Kombination von Unkenntnis und Frechheit, aber letzten Endes wünscht man sich doch, dass sie nicht in eine Spalte stürzen und sich gegenseitig hinterherreißen.


Abstieg über die Nordflanke des Mont Blanc du Tacul

Am Col du Midi angekommen, machen wir eine kurze Trinkpause für den Schlussanstieg zum Eingangsstollen der Midi. Die Kräfte wollen hier nochmal gut eingeteilt werden, denn es zieht sich hin bis dort, wo einen staunende Seilbahntouristen über die Absperrung steigen sehen. Wir breiten unsere Sachen zum Trocknen aus, doch dazu kommt es nicht mehr. Plötzlich graupelt es, kurz später donnert und stürmt es. Aber wir sind in Sicherheit, müssen mit etlichen Japanern noch auf das Nachlassen des Gewittersturms warten bis die Seilbahn wieder fahren darf.

Am nächsten Morgen wache ich in unserer Ferienwohnung auf. Aus meinem Bett kann ich direkt hoch schauen bis zum Gipfel des Mont Blanc, der fast 3800 m höher liegt als ich. Den Weißen Berg im blauen Himmel sehe ich jetzt mit anderen Augen.


Die Gipfel des Mont Blanc über Chamonix

provided by: Daniel Roth
2006/08/18
Mont-Blanc-Normalweg-Solo (25., 26.07.2006)
ascent description

Der Normalweg auf den höchsten Gipfel Westeuropas stellt für einen gut trainierten und akklimatisierten Bergfreund zumindest bei einigermassen gutem Wetter wohl kaum ein Problem dar und ist auch mehr als ausreichend beschrieben...dennoch möchte ich mit nachfolgendem Beitrag allen Interessierten einige vor allem logistisch wichtige Informationen geben, die auf dem letzten Stand sind und anscheinend noch wenig bekannt sind (und vor allem für jene wichtig sein können, die so wie ich solo unterwegs sind). Hier nun der Bericht von meiner Mont-Blanc-Normalweg-Solobegehung am 25. und 26. Juli 2006:
Vorabend: Der etwas rustikale, doch kostengünstige (knapp 8 Euro für 1 Person/Zelt/Auto) Campingplatz "Bellevue" in Les Houches bei Chamonix lag zwar strategisch günstig nur 5 Gehminuten von der Talstation der gleichnamigen Seilbahn hinauf zur Mittelstation der Mont-Blanc-Zahnradbahn...da gegen ein Uhr morgens ein tschechischer Bus ankam und an die 60 Zeltler ausspuckte, die erst noch ihre 30 Zelte aufschlugen und dann noch ausgiebig palaverten, war jedoch an erholsamen Schlaf nicht zu denken.
Doch Unausgeschlafene haben Glück: Mit 2 Telefonaten gelingt es mir, einen Schlafplatz sowohl auf der Tete- Rousse-Hütte als auch auf der Gouter-Hütte zu reservieren. Auffahrt mit Bellevue-Seilbahn, dann Mont-Blanc-Zahnradbahn zum Nid d`Aigle (2372 m) und zu Fuß hoch zum Schutzhaus Tete Rousse (3167 m) in gemütlichen 3 Std. Diese "Rotkopf"-Hütte wurde erst vor 2 Jahren mit einem Kostenaufwand von 1,800.000 Euro anstelle der alten Hütte (die in allen mir bekannten Berichten als "ungemütlich" und "überfüllt" beschrieben wird) neu hingebaut und ist mit ihren 72 Schlafplätzen und einem schönen Panorama-Speise-Aufenthaltsraum viel komfortabler und weniger überfüllt als die Gouter-Hütte.
Ideal für meine Akklimatisierung, Frühstück um 7 Uhr, dann langsam, langsam, immer zwecks besserer Akklimatisierung, auf den Weg hoch zur Gouter-Hütte. "Da hinauf müssen Sie unbedingt einen Helm tragen!" informiert mich die freundliche Hüttenwirtin, und da ich meinen im Auto zurückgelassen habe, leiht sie mir kostenlos einen Helm.
Nach ca. 20 Steigminuten erreiche ich den Grand Couloir, ein Drahtseil sichert die Überquerung, doch es zieht so hoch durch die Luft, dass ich 3 Bandschlingen an meinen Schraubkarabiner knüpfen müsste, um mit Boden unter den Füssen zu queren. Anderfalls, mit normal langer Bandschlinge oder Reepschnur, müsste man sich, vom Drahtseil in die Luft hochgezogen, mit Armmuskelkraft hinüberhangeln. Dann doch besser, wie meist empfohlen, etwas höher steigen und den Couloir ungesichert überqueren, doch ich sehe keinen Steig...Ein Holländer quert vor mir, hangelt sich, Beine in der Luft, am Drahtseil hinüber, da entsetzte Schreie von oben, und plötzlich bricht die Hölle los. Steine,faustgroß, kopfgroß, sausen durch die Luft wie aus Kanonen geschossen, und eine Lawine aus Schnee, Eis, Erde, Schlamm, Stein und Felsen rauscht mit ohrenbetäubendem Getöse die gefürchtete Steilrinne hinunter. Ich suche Schutz hinter überhängenden Felsen am Rand des Couloirs -wie bin ich froh um den Helm!
Nach 15 Minuten hat sich der Spuk gelegt, jetzt endlich sehe ich die -unmarkierte!- Spur für die ungesicherte Couloir-Überquerung ca. 15 Meter oberhalb des Drahtseils, hier ist die Rinne auch schmäler und ich haste durch so schnell mich die Beine tragen und mein Herz schlagen können. Wenig später kreisen Hubschrauber über den oberen Teil der Steilrinne -ein ganzer Felsturm sei weggebrochen, drei Verletzte, höre ich von entgegenkommenden Bergsteigern. Der Couloir, aber auch der ganze darauf folgende Aufstieg zur Gouter-Hütte über steilschrofiges, sehr brüchiges, wenn auch zu einem großen Teil mit Drahtseilen gesichertes Felsgelände ist sehr steinschlaggefährdet (auch die Nacht -ich hörte gegen 3.30 Uhr morgens eine größere Steinschlaglawine niedergehen!- und der frühe Morgen bieten keine Sicherheit) und stellt gewiss den gefährlichsten Teil der Mont-Blanc-Normalwegbesteigung dar.
Das "Refuge de l`Aiguille du Gouter" ist mit 3817 m nicht nur das höchste, sondern wahrscheinlich auch, zumindest von Mitte Juli bis Ende August, das überfüllteste Schutzhaus Frankreichs. Die 100 Schlafplätze in mehreren Matratzenlagen sind natürlich voll belegt, weitere gut 100 Bergsteiger ohne Reservierung nächtigen zwischen 20 Uhr (Bettruhezeit) und kurz vor 2 Uhr (Frühstückszeit für Mont-Blanc-Besteiger) in den Gängen, auf und unter den Bänken und Tischen, die meisten müssen mangels Platz im Sitzen zu schlafen versuchen. Hoffentlich werden die bereits bei der Gemeinde St. Gervais liegenden Pläne zum Ausbau des Refuge auf 140 Schlafplätze bald verwirklicht! An Sprachen hört man überwiegend Tschechisch, Polnisch, Slowakisch (alle Selbstversorger), im Abstand gefolgt von Französisch, Spanisch...und Deutsch. Übrigens: In den beiden dem Französischen Club Alpin gehörenden Schutzhäusern bekommen Alpenvereinsmitglieder auf den Nächtigungspreis 50 % Ermässigung, nicht hingegen auf Essen und Trinken -Vereinsausweis muss jedoch vorgelegt werden!
Ich breche alleine um 3 Uhr morgens zum Gipfelsturm auf, vor mir schon eine lange Lichterkette von Stirnlampen, vorbei an gut zwei Dutzend Kleinzelten von Osteuropäern, die hier illegal (der Mont Blanc ist Naturschutzgebiet, nur beim "Tete Rousse" ist Zelten gegen Anmeldung offiziell erlaubt)in den 15 cm Neuschnee zelten, die es in der Nacht gelegt hat.
Die Spur ist gut und breit, sie führt über drei Gletscherspalten (die erste, vom Schutzhaus aus gesehen, ist die größte), die ich alleine ohne Angst und große Sprünge überquere. Beim Vallot-Biwak (4362 m)dämmert der Morgen -Achtung, das Biwak ist bis zum 31. Oktober wegen Renovierungsarbeiten geschlossen!!! Auf dem schmalen Bosses-Grat ist die Spur fest und tief, das Ausweichen mitunter etwas lästig...doch wenn Du die nötige Gelassenheit bewahrst (schliesslich weisst Du ja, dass Du am Mont Blanc nicht alleine bist und Gegenverkehr haben wirst)kostet es Dich nur ein freundliches Lächeln, das meist ein ebenso charmantes Gegenlächeln erntet.
Um 7.50 Uhr stehe ich dann zusammen mit ca. 20 anderen Bergsteigern am Gipfel, oder, besser gesagt, auf der großen weißen Kuppe des höchsten Berges Westeuropas. Ich lasse mich mit meiner Minox fotografieren und fotografiere andere mit deren Digitalkameras, ein Paraglider macht seinen Schirm flugbereit, ein Deutscher lässt sich im Kopfstand mit Steigeisen ablichten, alle sind euphorisch. "Ich komme bereits zum fünften Mal hier herauf, die anderen Male gab`s immer Wind und Kälte, so schön und sonnig wie heute war`s noch nie!" jauchzt ein älterer Franzose.
Auf dem zweistündigen Rückweg zum Gouter freue ich mich über die vielen, die jetzt noch -bei dem Kaiserwetter problemlos, doch bei sonst jederzeit möglichem Wetterumschlag wenig umsichtig- hochsteigen. Nur im Grand Couloir nehme ich wieder meine Beine in die Arme...

Meine Tourenbewertung:
Relativ leichte Tour (PD- laut einschlägigen Führern)und zumindest bei gutem Wetter auch von Sologehern problemlos zu meistern. Achtung jedoch auf gute Akklimatisierung (eine Übernachtung auf der Tete-Rousse-Hütte bietet sich in idealer Weise dazu an) und auf Steinschlag auf der ganzen Strecke zwischen Tete Roussse und Gouter (Kletterhelm unbedingt aufsetzen!). Auch weil das Vallot-Biwak derzeit geschlossen ist, sollte bei Schlechtwetter (starke Höhenstürme mit 100 und mehr km/h und Temperaturen auch von -20 Grad C möglich!!!) und vor allem bei möglichem Nebel (Verirrungs- und Absturzgefahr auf den weigezogenen Schnee- und Eisfeldern des Mittelteils der Tour)jedoch von einer Besteigung abgesehen werden.
Christian Franz Welponer, Bozen/Südtirol



provided by: Christian Franz Welponer
2006/08/08
Mont Blanc in einem Tag (08.09.2005)
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Start in Les Houches um 23:30 am Parkplatz der Seilbahn Bellevue. Zunächst auf breitem Weg durch Wald dann über schmalem Steig nach Bellevue. Über die Trasse der Zahnradbahn im Dunkel am schnellsten bis Nid d'Aigle. Die Felsen zum Refuge du Gouter waren fast komplett aper und in der Nacht gab es kaum Steinschlag bei der Querung. Hütte um ca. 06:00 Uhr erreicht. Längere Pause. Der Weiterweg über den Dom du Gouter und den Grat mit heftigem Wind wurde dann mit zunehmender Höhe doch recht zäh. Die fehlende Akklimatisierung und die bereits zurückgelegten Höhenmeter machen sich jetzt bemerkbar. Gipfel um 10:20 erreicht.


Bossesgrat vom Dom du Gouter

Abstieg zur Aiguille du Midi hält dann noch 500Hm Gegensteigungen bereit, die einem die letzen Reserven aus dem Körper ziehen, wo schon längst nichts mehr zu holen ist. Nur noch der reine Wille bewegt die Beine. Um 15:00 Uhr am Stolleneingang der Seilbahn.

Durch so eine sportliche Aktion vermeidet man überfüllte Hütten, unangnehem Nächte mit Kopfweh und lästiges Aufstehen aus dem warmen Schlafsack. Unterwegs würde man allerdings jeden Eid schwören, so eine Aktion nie wieder zu unternehemen. Im Tal bei Kaffee und Eisbecher sieht die Welt schon wieder anders aus. Da wird dann bereits die nächste noch härtere Tour geplant.


Mont Maudit beim Abstieg

provided by: Markus Disch
2005/09/12
Normalweg mit Ski (1.7.1999)
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Besteigung auf dem französischen Normalweg mit Ski (700 HM getragen) und Nächtigung in der Vallot-Hütte.
30.6. ab St. Gervais 6.40, 12.00 zunächst nur kurz zu Fuss, dann mit Ski über Ref. de Tete Rousse bis zu den Felsen, Getragen bis zum Ref. de l´ Aig. du Gouter, hier 17.00, Kochen auf der Terasse, Skianstieg über Dome du Gouter (Herrliche Abend- und Sonnenuntergangstimmung mit aus den Wolken schender Aig. du Midi) zum Ref. Vallot. Von dort am 1.7., 5.15, zum Bosses-Grat und zu Fuss zum Gipfel, 7.30, recht kalter Wind, aber schöner Tag. Gleicher Weg zurück, da in Begleitung von zwei "Fussgängern"

provided by: Karsten Müller
1999/07/01
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Photos
Mont Blanc umrahmt von Mt. Blanc de Courmayeur und Mt. Maudit vom Mt. Blanc du Tacul am 10.8.2010

provided by: Thomas Woznik
2010/08/17

Gipfel des Mont Blanc am 03. Juli 2009.

provided by: Ralf Orth
2009/12/30

Mont Blanc im Abendlicht von Chamonix aus am 01.Juli 2009.

provided by: Ralf Orth
2009/12/29

Montblanc 4807m vom Rochefortgrat am 16.07.1979

provided by: Gerd Kartzig
2009/06/25

Blick hinab über den Bossesgrat am 07.08.2008 gegen 6.20 Uhr

provided by: Matthias Gliesing
2008/08/15

Aiguille du Midi vom Mont Blanc aus gesehen

provided by: Joachim Költzsch
2007/05/31

Am Morgen des Gipfeltages, dem 31 Juli 2006 auf dem Plateau zwischen Dôme du Goûter und dem Mont Blanc. Nach einer unruhigen Nacht lassen wir alles unnötige zurück, und machen uns auf den Weg. Wir erreichen schließlich den Gipfel bei Sturm und null Sicht. Müssen unser Zelt mit GPS suchen und bei widrigsten Bedingungen absteigen. Dennoch bleibt ein unvergessliches Erlebnis.

provided by: Mathias Kröner
2007/05/08

Am Gipfel bei bestem Wetter um 7.30 Uhr

provided by: Wolfgang Lück
2006/12/19

August 8, 1998: Enzo Paolini (on the right) and me on the summit, coming from Gonella Hutte.

provided by: Fulvio Zuanni
2006/11/01

Dôme du Goûter und Bossesgrat des Mont Blanc vom Piton des Italiens

provided by: Daniel Roth
2006/10/12

Mont Blanc vom Gipfel des Doms aus gesehen. Im Vordergrund: Obergabelhorn, Dent Blanche und Zinalrothorn

provided by: Maximilian Muth
2006/09/18

Mont-Blanc-Massiv vom Fuß des Dent du Géant - von links: Aiguille Blanche de Peuterey, Mont Blanc des Courmayeur, Mont Blanc, Mont Maudit und Mont Blanc du Tacul

provided by: Henrik Liers
2006/07/19

Halber Weg zwischen der Gouter Hütte und Mt. Blanc Gipfel: die Vallot Bivakschachtel

provided by: Robert Bachmann
2006/05/02

Gipfeltreffen

provided by: Robert Bachmann
2006/05/02

Der Mt. Blanc, links, hinten in Sicht.

provided by: Robert Bachmann
2006/05/02

16.7.04 - unterwegs am Bossegrat: im Morgendunst bildet sich durch die Strahlen der aufgehenden Sonne der Gipfelschatten ab.

provided by: Herbert Aigner
2006/02/22

Mont Blanc, davor Montblanc du Tacul und Aiguille du Midi (von der Aiguille du Plan aus gesehen)

provided by: Helmut Maderbacher
2005/09/13

Mont Blanc from the Col du Mont Maudit (mt. 4.345)

provided by: Davide Forni
2005/07/26

Mont Blanc, davor Mont Maudit, Mont Blanc du Tacul und Aiguille du Midi

provided by: Helmut Maderbacher
2005/05/11

Der Mont Blanc aus der Vogelperspektive.
Links unterhalb des Gipfels (Licht/Schatten-Grenze) der Normalweg über die Goûterhütte. Rechts unterhalb des Gipfels die Aiguille de Bionnassay. Nach links schließen sich Mont Maudit, Mont Blanc du Tacul, Rochefortgrat und Grandes Jorasses an.


provided by: Ute Berndt
2005/01/15

Mont Blanc from Villenueve

provided by: Vladimir Benadik
2004/08/04

Mont Blanc und Grandes Jorasses im ersten Morgenlicht von der Cabane de Valsorey

provided by: Thomas Schabacher
2004/06/18
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