Viertausender der Alpen

Die Viertausender der Alpen
meine4000er Home Listen Gipfel Literatur Login


      Führer
Gesamtdarstellungen
Tourensammlungen (Gebiete)
Tourensammlungen (sonstige)
                     Bergmonografien
Erlebnisberichte / Historisches
Skitouren
Hütten
                     Sonstiges
Software
DVD  Neu
GPS-Geräte  Neu


DVD-Besprechung
Das große 4000er-Paket  
Matterhorn, Montblanc, Allalinhorn

Bruckmann Verlag, München

ca. 180 Min. Film auf 2 DVDs
€ 29,90

Die DVD 'Das große 4000er-Paket' aus dem Münchner Bruckmann Verlag ist eine Wiederveröffentlichung von drei Bergfilmen aus den Jahren 1984 bzw. 1985. Die Zusammenstellung enthält die mittlerweile nicht mehr auf VHS erhältlichen Filme Traumberg Matterhorn - Gigant der Alpen, Faszination Montblanc und Walliser Bergparadies - Prachtvolle Bergwelt um Saas Fee.

In Faszination Montblanc begleiten wir eine Gruppe von Bersteigern bei ihrer Besteigung über den Normalweg auf den höchsten Gipfel der Alpen. Dies umfasst die gesamte Tour von Les Houches über Adlernest, Téte-Rousse-Hütte, Goúter-Hütte und Bosses-Grat zum Gipfel und zurück über den Col du Dóme, Grand Plateau, Mulets-Hütte nach Chamonix. Neben diesem Schwerpunkt wird auch noch der Anstieg auf die Aiguille de Bionassay über die anspruchsvolle Nordwestflanke vorgestellt. Dabei wechseln sich eindrucksvolle Luftaufnahmen des Montblanc-Massivs mit interessanten und informativen Naheinstellungen aus den Anstiegen ab. Auch die Erschließungsgeschichte des Montblanc mit ihrer großen alpinhistorischen Bedeutung wird lebendig nachgezeichnet.

In Traumberg Matterhorn dreht sich natürlich alles um die gigantische Felspyramide im Wallis, die nicht nur durch ihre einmalige Form und Lage oberhalb von Zermatt, sondern auch durch ihre tragische Erstersteigungsgeschichte in aller Welt bekannt geworden ist. Genau wie Edward Whymper im Jahre 1865 streben auch heute die meisten Gipfelaspiranten ihrem Traumziel auf dem Hörnligrat entgegen. Der Film begleitet einige Bergsteiger bei ihrem Anstieg über diesen Normalweg und wir erleben dabei nicht nur markante Kletterstellen und atemberaubende Tiefblicke, sondern auch wie nahe am Berg Erfolg und Scheitern beisammenliegen.

Der Film Walliser Bergparadies startet mit einem Blick auf die Geschichte des Saaser Tales und des Ortes Saas Fee. Nach einem Besuch des Heimatmuseums geht es mit den Seilbahnen hinauf zu den Stationen Felskinn und Längflue. Im weiteren Verlauf werden die folgenden drei Touren ausführlich vorgestellt: Die Gletschertraversierung von der Längflue zur Britanniahütte, die Besteigung des Allalinhorns von der Längflue und den Aufstieg auf das Nadelhorn von der Mischabelhütte einschließlich Hüttenzustieg. Interessante Aufnahmen aus der Hubschrauberperspektive runden das Ganze dann noch ab.

Natürlich sieht man den Filmen ihr Alter von 20 Jahren an. Aber dies durchaus in mehrfacher und nicht nur negativer Hinsicht. So sind auf der einen Seite Bildqualität und Darstellung der Farben nicht mehr so, wie man es von modernen Produktionen gewöhnt ist. Auf der anderen Seite reicht ein Zeitraum von nur zwei Jahrzehnten bedrückenderweise schon aus, um einen Wandel oder besser einen Rückgang der Vergletscherung in den Alpen zu dokumentieren. Besonders augenfällig wird dies z.B. beim Betrachten der berühmten Lenzspitze Nordostwand. So werden solche Filme auch immer mehr zu Zeitdokumenten. Nicht zuletzt haben sowohl die Art der Interviewführung als auch die Bekleidung und Ausrüstung schon einen gewissen nostalgischen Charme. Und sicher entdeckt man den einen oder anderen Gegenstand seiner eigenen Bergsteigervergangenheit wieder.
Ungewohnt erscheinen im Vergleich zu aktuelleren Produktionen vielleicht auch die langen Einstellungen und ruhigen Kamerafahrten. Doch diese sind dem Thema nicht nur angemessen, sondern bei der mittlerweile häufig videoclipartigen Berichterstattung mit hektischer Kamera und schnellen Schnitten sogar äußert angenehm.

Fazit

Für alle, die die Videokassetten noch nicht kennen, enthält die DVD 180 Minuten interessanter Bergfilmunterhaltung mit einem gewissen nostalgischen Flair. Der Preis für die 20 Jahre alten Filme ist allerdings recht modern.

Thomas Schabacher


© 2003-2018 Thomas Schabacher, Daniel Roth - Alle Rechte vorbehalten.     Impressum